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„Schade, dass Interesse am Plattdeutschen fehlt“

Plattdeutsch in Klein Lafferde „Schade, dass Interesse am Plattdeutschen fehlt“

Hochdeutsch verboten hieß es beim ersten plattdeutschen Abend des Jahres im Klein Lafferder Gasthaus „Zur Linde“. Ortsbürgermeister Reiner Lambrecht hatte geladen und zehn Bürger kamen, um sich ausschließlich in der viele Jahre in Norddeutschland verbreiteten Sprache zu unterhalten. So begrüßte der SPD-Politiker die Anwesenden mit einem fröhlichen „Godden Omd“ und sagte: „Heute wollen wir das Plattdeutsche wieder einmal pflegen.

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Hochdeutsch verboten hieß es beim ersten plattdeutschen Abend.

Lengede-Klein Lafferde. Auf dem Programm standen allerlei Geschichten, wie sie das Leben eben so schreibt. So las Pastor Behrend Kleingeist aus dem erst in diesem Jahr erschienenen Buch „De Zwetschenweg“, zu dem auch Autoren aus dem Peiner Raum beigetragen haben. „Es sind Geschichten aus unserer Zeit“, unterstrich Kleingeist.

Er erzählte von der Schwierigkeit eines Handy-Gesprächs und einer Reise nach Tschechien, um dort günstig tanken zu können. Außer Benzin brachte das Ehepaar aus dem Nachbarland jedoch auch zahlreiche weitere Einkäufe mit, waren doch auch Klamotten und Zigaretten für wenig Geld zu haben.

Werner Bollmann erinnerte in plattdeutscher Sprache an den ältesten Verein des Ortes, den Junggesellenverein, der bereits vor 182 Jahren gegründet wurde. Im Mittelpunkt standen die Höhen und Tiefen der Historie sowie die Feiern und Traditionen, die teilweise noch immer Bestand haben. „Der Verein ist aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken“, schloss Bollmann seinen Vortrag.

Mit einem Vokabeltest wartete Erwin Bode auf, doch die Wörter wie Zylinner (Zylinder), Heunerwiemn (Hühnerstall) oder Ledder (Leiter) waren schnell erraten. Dennoch bedauerte er: „Das Interesse an der Sprache fehlt heute, was sehr schade ist.“

Das nächste Mal trifft sich die Gruppe am 2. September – dann möglicherweise mit einem Gast. Denn der aus Hohenhameln stammende Oberstleutnant Karl-Heinz Heineke, bei der Bundeswehr für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, soll zu einem Vortrag über den Einmarsch der Alliierten im April 1945 gewonnen werden. „Den Bericht von Herrn Heineke wollen wir mit einem der nächsten plattdeutschen Abende kombinieren“, erläutert Lambrecht.

Marcus Giebel

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