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Lengede/Vechelde/Wendeburg Rettung für historische Standesamt-Dokumente
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Rettung für historische Standesamt-Dokumente
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17:03 04.05.2009
Archiv-Praktikant Eicke Stock räumt die historischen Register im Archiv-Keller ein. Quelle: rb
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Lengede. Seit Anfang des Jahres müssen die historischen Akten aus den Standesämtern in Deutschland archiviert werden. Bisher lagen sie meist irgendwo herum – und genau das ist das Problem. „Das geht zum Beispiel gar nicht“, sagt Pfeuffer und blättert ein paar Seiten in einem der dicken Bände um. Sie sind mit Tesafilm geklebt, am Rand fasert das Papier ab, die alte deutsche Schrift verblasst. Es besteht die Gefahr, dass die Urkunden über unsere Ahnen für immer verloren gehen.

Die Akten aus dem Standesamt in Lengede sind die ersten, die Pfeuffer in Empfang genommen hat. Die Akten aus Edemissen und Lahstedt sollen in Kürze folgen, auch die Standesämter aus Hohenhameln, Vechelde und Wendeburg sollen im Kreisarchiv landen. Das Standesamt Ilsede übergibt seinen Bestand dem hauseigenen Archiv im Rathaus an der Eichstraße. Die Akten aus dem Peiner Rathaus landen bei Stadtarchivar Michael Utecht.

Der älteste Eintrag im Verzeichnis für die Hochzeiten stammt aus dem Jahr 1876. Die Urkunden sind Vordrucke, die Zahlen „tausend achthundert“ für das Jahr 1800 sind gedruckt, die anderen beiden Ziffer per Hand nachgetragen. Damals heiratete der Schuhmacher Heinrich Karl Ludwig Brandes die „unverehelichte“ Dienstmagd Henriette Conradine Krain. Beide brauchten keine Papiere vorzulegen, weil sie dem Standesbeamten Steinmann persönlich bekannt waren, wie er notierte. Der jüngste Eintrag aus dem Band stammt aus dem Jahr 1924, damals heirateten der Arbeiter Anton Max Scholz und Frieda Spitzenfeil.

In den Standesämtern liegen drei Arten von Akten: Urkunden über Geburten, Hochzeiten und Todesfälle. Geburten müssen mindestens 110 Jahre verschlossen bleiben, Hochzeiten 80 Jahre. Sterberegister bleiben 30 Jahre vor der Öffentlichkeit verborgen. Nach diesen Fristen können sie in den Archiven von jedem eingesehen werden.

Entsprechend hat Pfeuffer auch nur die gebundenen Akten bis zu diesen Stichtagen übernommen. Es gilt jeweils der 31. Dezember. Nachdem sie das Heiratsregister aus Barbecke durchgesehen hat, blättert Pfeuffer im Geburtenregister aus Broistedt. Der älteste Eintrag stammt ebenfalls aus dem Jahr 1876.

Christine Caroline Elisabeth Almers, geborene Maasberg, hat am 27. Januar ein Mädchen geboren. Das gibt die Hebamme Conradine Krein dem Standesbeamten F. Ulsmann bekannt. Vater ist der Heilgehilfe und Anbauer Heinrich Friedrich Albert Almers. Ulsmann verzeichnet zudem, dass die beiden noch keinen Namen für das Mädchen haben. Das bekommt es erst am 11. März des Jahres: Hermine Meta Frieda heißt die Kleine.

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