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Millionen-Geschäft mit schmutzigem Wasser

Vechelde Millionen-Geschäft mit schmutzigem Wasser

Kühne Pläne schmiedet die Vechelder Gemeindeverwaltung: Sie prüft den Verkauf des Abwasser-Eigenbetriebs für rund sechs Millionen Euro an den Wasserverband Peine. Laut Bürgermeister Hartmut Marotz (SPD) könnten dadurch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.

Vechelde. Die Gemeinde wäre einerseits den Großteil ihrer 8,7 Millionen Euro Schulden sowie eine jährliche Zins- und Tilgungslast von 200.000 Euro los, andererseits könnten ihre Bürger von langfristig stabilen Abwassergebühren profitieren.

„Ziel ist es, den Betrieb noch effizienter zu führen und Synergie-Effekte zu nutzen“, erklärte Marotz. Der Wasserverband Peine, der mit mehr als 20 Kommunen zusammenarbeite, sei dafür „der geborene Partner“. Unter dem Dach des interkommunalen Zusammenschlusses könnte möglicherweise für einen längeren Zeitraum gewährleistet werden, dass die Abwassergebühr, die derzeit bei 3,50 Euro pro Kubikmeter liegt, konstant bleibt.

Wert legt Marotz auf die Feststellung, dass die Verwaltung keine Privatisierung wie im benachbarten Braunschweig plane. Der Wasserverband als öffentlich-rechtliches Unternehmen strebe nicht nach Gewinn, sondern nach Wirtschaftlichkeit seiner Betriebe.
„Keine Sorgen müssen sich die fünf im öffentlichen Dienst beschäftigten Mitarbeiter des Eigenbetriebes machen“, erklärte Marotz. Der Wasserverband könne ihnen sogar „leicht verbesserte Konditionen“ bieten. Allerdings seien für die Mitarbeiter auch wechselnde Einsatz-Orte denkbar. Mit dem Personalrat habe es diesbezüglich bereits einen Informationsaustausch gegeben.

Erste Gespräche mit dem Abwasserverband Peine sollen laut Marotz Mitte des Monats geführt werden. Die Übergabe des Abwassergeschäfts an den Verband kann sich der Verwaltungschef zum 1. Januar 2010 vorstellen. Bis dahin müssten die erforderlichen Beschlüsse in den politischen Gremien gefasst werden.

Bereits 2004 hatte es seitens der Vechelder Gemeindeverwaltung Überlegungen gegeben, den Eigenbetrieb zu verkaufen. Damals war ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, das aber in erster Linie den zu erzielenden Verkaufserlös ausloten sollte. Laut Marotz habe man sich letztlich dagegen entschieden, weil die Gemeinde seinerzeit stark mit der Erschließung von Baugebieten beschäftigt war, und in diesem Zusammenhang die Hoheit über das Wassernetz nicht abgeben wollte.

Der Eigenbetrieb inklusive der Kläranlage in Wahle hat nach Angaben von Werkleiter Ralf Werner einen Restbuchwert in Höhe von 35 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen in der Bilanz 17 Millionen Euro Schulden, 12 Millionen Saldo (geleistete Abwasserbeiträge) und 6 Millionen Euro Eigenkapital, die sich die Verwaltung als Verkaufserlös verspricht.

Der Abwasserverband Peine versorgt unter anderem den gesamten Landkreis mit Trinkwasser, das Abwassergeschäft haben ihm bisher die Gemeinden Edemissen, Hohenhameln und Ilsede übertragen. Wassserverbands-Vorsteher und Lengedes Bürgermeister Hans-Hermann Baas (SPD) erklärte auf PAZ-Anfrage, dass man für Gespräche mit der Gemeinde Vechelde jederzeit zur Verfügung stehe. Gerüchte, wonach Lengede ebenfalls das Abwassergeschäft dem Verband übergeben will, wies es zurück. Für Lengede sei diese aktuell kein Thema, allerdings werde man die Möglichkeit prüfen.

mic

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