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Knarren, Krachen, Bersten

Sturmschäden Knarren, Krachen, Bersten

Die Granitbank um den breiten Stamm ist aus der Erde gehoben, die Holzauflagen zu Splitterholz geborsten. Aufgebrochene Erd-Rücken heben sich zur Kirchenmauer, wo die Wurzeln an die Oberfläche kommen. Die mächtige Teufelsbuche auf dem Lengeder Kirchberg hat es geradezu umgeworfen.

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Die sogenannte Teufelsbuche ist in Schieflage geraten. In Vechelde war die Wehr im Einsatz.

Lengede. „Die Windhose am Dienstag hat etliche Bäume umgerissen. Ich bin sofort nach dem Sturm zur Kirche: Die Süntelbuche stand noch“, sagt Lengedes Dorfchronist Werner Cleve. „Aber heute Morgen gegen 9. 30 Uhr rief mich unsere Küsterin Waltraut Gross an: Der Baum würde knacken und krachen, ein ganz tiefes, grollendes Bersten würde sie hören.“ Und bald begann sich der knorrig-verdrehte Stamm zu neigen. Pastor Berend Kleingeist sperrte die Unglücksstelle eigenhändig mit rot-weißem Absperrband ab. Ungezählte Kronenäste stecken wie Harpunen im Kirchhofrasen und bewahren die Süntelbuche vor dem gänzlichen Umfallen.

Vor zwei Wochen traten die ersten Symptome am Baum auf: trockene Äste, fallende Blätter. Cleve und Friedhofsgärtner Reinhard Strysio tippten auf Wassermangel. Es war sogar ein Profi für Süntelbuchen da: Gregor Kuhn aus Bad Münder. „Der befand den Zustand als ernst, empfahl Wässern, Düngen und die trockenen Äste zu kappen“, erklärt Cleve. Die Windhose könnte dem Baum den Rest gegeben haben, sagt er.

Pastor Kleingeist wird jetzt erstmal eine Firma mit dem Abtransport des Baumes beauftragen. „Vielleicht kann man den Stamm stehenlassen, vielleicht schlägt der wieder aus“, hofft Cleve. Hoffen und Beten also. Direkt auf dem Kirchgelände stehen die Chancen sicher nicht schlecht.

Wenn alles nichts nützt, hat Cleve aber noch ein Ass im Ärmel: Ein schlanker, nadelblättrigen Baum weiter hinten auf dem Kirchhof. „Das ist ein so genannter Ur-Welt-Baum. Der wird einmal einen Stammdurchmesser von sieben Metern haben – in etwa 120 Jahren“, freut sich Chronist Cleve.

Umgestürzte Bäume, Äste auf den Straßen – mit Sturmböen, Hagel und Gewitter zog das Unwetter über Vechelde und hinterließ große Schäden. Die Rettungsdienste waren im Dauereinsatz. „Zum Glück sind keine Menschen und Tiere zu Schaden gekommen, wir haben es überwiegend mit Sachschäden zu tun“, sagte Daniel Goebel, Pressesprecher der Feuerwehr Vechelde. Besonders schwer erwischte es die Ortsteile im Süden der Gemeinde.

So wurde in Köchingen ein großer Ast aus einer der Eichen am Ortseingang gerissen, in Wierthe und Sonnenberg hoben die Bushäuschen ab und die Bundesstraße 1 musste in Höhe Denstorf kurzzeitig gesperrt werden, damit die Ortsfeuerwehr aus Denstorf/ Klein Gleidingen Bäume und Äste beseitigen konnte. In Sonnenberg musste mit der Drehleiter aus Peine ein großer Ast aus einem Baum gesägt werden, der auf die Straße zu stürzen drohte. Die Einsatzkräfte von neun Ortswehren waren fast drei Stunden im Einsatz.

Björn Wulfes und Marcus Giebel

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