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Lengede/Vechelde/Wendeburg Katastrophale Arbeitsbedingungen im Stellwerk?
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Katastrophale Arbeitsbedingungen im Stellwerk?
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23:00 25.08.2017
Im Stellwerk Groß Gleidingen sollen nach Informationen der PAZ unzumutbare Arbeitsbedingungen herrschen. Quelle: Lena Brandes
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Gross Gleidingen

Eine mangelhafte Versorgung mit fließendem Wasser, Schimmel in Sozial- und Diensträumen, eine defekte Heizung – der PAZ liegt eine haarsträubende Mängelliste vor, die das Stellwerk in Groß Gleidingen betrifft.

Nach Informationen der PAZ sind die Zustände in dem Gebäude katastrophal und gesundheitsgefährdend. Aus gut informierten Kreisen wurde der Redaktion zugetragen, dass vor etwa zwei Jahren festgestellt wurde, dass in das Gebäude Wasser eindrang. Es habe sich seinen Weg die Wände entlang über alle drei Etagen bis ins Erdgeschoss gesucht. Auch elektrische Anlagen seien betroffen.

Erst nach etwa eineinhalb Jahren sei das Dach abgedichtet worden. Doch dann habe sich herausgestellt, dass das defekte Dach offenbar nicht allein der Grund für die Feuchtigkeit gewesen sei, sondern auch eine defekte Wasserleitung mitursächlich sein könnte.

Daraufhin sei in der ersten Maiwoche dieses Jahres die Frischwasserversorgung abgestellt worden. Bis jetzt sei sie nicht wiederhergestellt. Lediglich zu einem Spülkasten der Toilette sei notdürftig per Wasserschlauch die Versorgung sichergestellt worden. Ansonsten werde Wasser in Fünf-Liter-Behältern bereitgestellt. Der Umfang der Reinigungsarbeiten und die Hygiene litten unter diesem Umstand erheblich.

Durch die lang anhaltende Feuchtigkeit an den Wänden habe sich an etlichen Stellen Schimmelpilz gebildet. Betroffen seien sowohl der Dienstraum als auch das Treppenhaus und die Sozialräume, von denen einer deshalb nur noch mit Schutzmaske betreten werden dürfe. Das Heizen zur Trocknung der Räume sei nicht möglich, da seit April 2017 die Heizungsanlage komplett ausgefallen sei. Auf dem Fußboden im Heizungsraum stehe Wasser.

„Mittlerweile klagen einige der Mitarbeiter über gesundheitliche Probleme wie Hautreizungen, Reizung der Atemwege und Kopfschmerzen“, teilt der Informant mit, der anonym bleiben möchte und nach Einschätzung der PAZ absolut glaubwürdig ist.

Bahnsprecher relativiert die Vorwürfe

Die Pressestelle der Bahn hat auf die Anfrage der PAZ mit einem knappen Statement geantwortet. „In dem Gebäude in Groß Gleidingen kam es zu sichtbaren Feuchtigskeitseintritten, deren Ursache (eine defekte Dachabdichtung und ein undichtes Wasserrohr) beseitigt wurden. Im Rahmen der Besichtigung wurde dann in einem seit langem ungenutzten Raum Schimmelbildung vorgefunden“, schreibt Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis. Aktuell werden die aufgetretenen Schäden beseitigt, und vorsorglich wird eine Raumluftneutralisation in dem Stellwerksraum in dem die Mitarbeiter arbeiten, vorgenommen.

„Über gesundheitliche Beschwerden der Mitarbeiter liegen uns derzeit keine Informationen vor, es wird jedoch eine entsprechende Begehung des Gebäudes durch unseren Gesundheitsträger (Unfallversicherung Bahn/Bund) erfolgen“, teilt Meyer-Lovis abschließend mit.

Die Bitte der PAZ um einen Ortstermin zur Besichtigung der Situation lehnte er kategorisch ab. Es gebe eine grundsätzliche Konzernentscheidung, dass Stellwerke von betriebsfremden Personen nicht betreten werden dürfen.

Monatelang nur Dixie-Klo für Mitarbeiter

Die Situation im Stellwerk Groß Gleidingen war schon einmal Thema in der PAZ. Im Januar 2015 wurde darüber berichtet, dass den Mitarbeitern im Winter 2014/15 monatelang nur eine Dixie-Toilette zur Verfügung stand. Publik wurde der Zustand, als diese vom Sturmtief „Felix“, das am 9. Januar über Deutschland tobte, umgeweht wurde. Nach PAZ-Informationen hatte daraufhin der diensthabende Mitarbeiter die Toilette im benachbarten Stellwerk aufgesucht. Aufgrund seiner Abwesenheit sei es zu Verspätungen im Zugverkehr gekommen. Das wurde seinerzeit auf Nachfrage der PAZ von der Bahn dementiert. Ursächlich für die Verspätungen sei das Sturmtief „Felix“ gewesen, in dessen Folge zahlreiche Verbindungen auf unterschiedlichen Strecken ausgefallen seien.

Von Kerstin Wosnitza

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