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Lengede/Vechelde/Wendeburg Kaisermantel und Nagelfleck
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Kaisermantel und Nagelfleck
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08:14 10.07.2009
Im Kreis Peine ist der Kaisermantel in den vergangenen Jahrzehnten nur im Meerdorfer Holz gesehen worden. Quelle: privat

Wendeburg-Meerdorf. Nirgendwo sonst im Peiner Land gibt es so viele unterschiedliche Pflanzen- und Insektenarten wie im Meerdorfer Holz: Das ist das Ergebnis der Forschungen von Dr. Reiner Theunert. Von 1985 bis 1988 untersuchte er die Großschmetterlinge im Meerdorfer Holz.

Für seine Forschungen beobachtete er Blüten, die von Schmetterlingen bevorzugt angeflogen werden, für die nachtaktiven Arten benutzte er eine so genannte Lichtfanganlage. „Viele Arten sprechen auf ultraviolettes Licht an, fliegen dorthin und können an der Lampe festgestellt und bestimmt werden“, erklärt Theunert. Um bei seltenen Arten auch Aussagen über die Häufigkeit ihres Vorkommens zu machen, wurden die Falter eingefangen und später wieder freigelassen.

250 unterschiedliche Arten

Insgesamt stellte der Forscher aus Hohenhameln 250 Arten fest. Die Herausragendsten: der Kaisermantel und der Nagelfleck. Während der Kaisermantel zu den Tagfaltern gehört, ist der Nagelfleck ein Nachtfalter; er kann aber auch am Tag beobachtet werden. „Der Kaisermantel muss in den 90er Jahren hinzugekommen sein“, vermutet Theunert, der den Falter erst nach seiner Untersuchung in den 80er Jahren entdeckte. Wie der Kaisermantel in das Meerdorfer Holz gekommen ist, kann der Forscher nicht beantworten: „Es gibt immer Fluktuation, aber der Kaisermantel ist eine waldbewohnende Art und es gibt keine Verbindungsstruktur zu anderen Waldgebieten.“ Auch heute noch ist der orangefarbene Falter im Meerdorfer Holz zu beobachten.

Extrem selten im Flachland, zu dem auch das Meerdorfer Holz zählt, ist der Nagelfleck. „Er muss zugewandert sein“, spekuliert der Insektenexperte. „Weit und breit gibt es kein zweites Vorkommen.“ Im Niedersächsischen Hochland dagegen sei der Falter keine Seltenheit.

Ein anderer Fall ist der Linienspanner, der in Niedersachsen als vom Aussterben bedroht gilt. „Dieser Nachtfalter ist gar nicht so gefährdet. Wahrscheinlich haben noch nicht genug Leute intensiv im Osten beobachtet“, schließt der Experte aus seiner Forschung. Er selbst hat die Art mehrfach innerhalb der Gemeinde Wendeburg gesichtet.

Den Artenreichtum des Meerdorfer Holzes führt der Biologe, der außerdem eine Vegetationskarte des Gebietes mit mehr als 26 Sonderabteilungen und Spezialstandorten erstellt hat, auf den dort vorkommenden Kalkrücken zurück – eine bodenkundliche Besonderheit.

„Auf Kalk wachsen ganz bestimmte Pflanzen, zum Beispiel Veilchen, von denen sich die Raupen des Kaisermantels ernähren“, erklärt Theunert. „Die Vegetation des Meerdorfer Holzes ist extrem. Es gibt dort mehr als 400 Gefäßpflanzen – das gibt es nirgendwo sonst im Landkreis Peine.“ Aus diesem Grund plädiert Theunert dafür, das Meerdorfer Holz, das derzeit als Flora-Fauna-Habitat beziehungsweise als Landschaftsschutzgebiet geführt wird, als Naturschutzgebiet auszuweisen. „Damit würde auch nach außen signalisiert: Das Meerdorfer Holz ist wertvoll“, ist der Experte überzeugt. Die Peiner Bio-AG fordert dies seit längerem.

Einen besonderen Fund sichtete der Forscher übrigens im Mai 2008 in der Marina Bortfeld, damals noch Kiesgrube: Die Schlupfwespenart Acaenitus dubitator. Theunert geht davon aus, dass diese Art sehr selten ist, da es nur sehr wenige Nachweise in der Literatur gibt. „Inzwischen wird sie durch die Bebauung wahrscheinlich verschwunden sein, weil sie keine Rückzugsmöglichkeiten hat“, vermutet der 47-Jährige. Zwar seien Ausgleichsflächen geplant, bis diese jedoch greifen, vergehe viel Zeit. „Es wäre besser, wenn man die Ausgleichsflächen zuerst anlegen würde. So werden einige Arten nie wieder dort auftauchen.“

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