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Lengede/Vechelde/Wendeburg Höhlendrama in Thailand weckt Erinnerungen an das „Wunder von Lengede“
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Höhlendrama in Thailand weckt Erinnerungen an das „Wunder von Lengede“
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07:00 11.07.2018
Adolf Herbst im Jahr 2016. Quelle: Archiv
Lengede

Die Situation der Kinder und ihres Trainers, die in einer Höhle in Thailand eingesperrt waren, erinnert an das Grubenunglück in Lengede, das 1963 als „Wunder von Lengede“ in die Geschichte einging. Der Monteur Adolf Herbst war damals 20 Jahre alt und einer der Geretteten.

Mit 20 Bergleuten fand er in einem Hohlraum Zuflucht, nachdem an der Oberfläche ein Klärteich den Schacht geflutet hatte. Der letzte Überlebende der elf geretteten Männer des „Wunders von Lengede“ spricht im PAZ-Interview über das 14 Tage lange Bangen und Hoffen im Dunkeln.

Wie schätzen Sie die Situation ein, in der sich die Jugendlichen in Thailand befanden?

Es ist kein Vergleich zu unserer Lage damals. Die Jugendlichen haben relativ schnell Nahrung, Hilfe und einen Therapeuten bekommen. Bei uns gab es nur den Bergmann Bernhard Wolter, der sich dazu bereit erklärt hatte, für jeden Wasser zu holen.

Wie haben Sie den Moment erlebt, als das Wasser eingebrochen ist?

Wir retteten uns in einen Vorraum. Einige beobachten von dort den Eingang, wo das Wasser den Schacht hinunter strömte, und sagten „Kein Problem, das gibt sich wieder.“ Doch dann stieg der Wasserpegel soweit, dass wir bis zur Decke nur noch zweieinhalb Meter Luft hatten. In dem Moment dachte ich, dass es zu Ende geht und ich meine geplante Verlobung am Wochenende nicht mehr erleben würde. Ich habe meine letzten Zigaretten an die Anderen verteilt.

Wie war die Lage nachdem Sie sich darauf in dem benachbarten „Alten Mann“ (verlassener Stollen) vorerst in Sicherheit bringen konnten?

Die Luft war zum Ersticken. Nachdem wir uns in den „Alten Mann“ geflüchtet hatten, sind wir hingefallen und eingeschlafen, zumindest für ein paar Minuten. Alle machten ihre Lampen aus und es wurde richtig Dunkel. Dann stürzten in gewissen Zeitabständen Platten aus dem Deckengewölbe auf uns herab. Wir waren in permanenter Todesangst und bei jedem Sturz in Schockstarre. Im Kreis formiert haben wir uns abgestimmt, wer getroffen war.

Wie war das Verhalten untereinander in der Gruppe?

Wir haben viel geschlafen, wenn die Steine nicht herunterkamen und jemand ausgegraben werden musste. Bernhard Wolter hat jeden mit Wasser versorgt. In den wenigen Gesprächen ging es um Erfahrungen aus der Kriegsgefangenschaft, Geschichten über die Nebenfrau oder ob die Rente nach unserem Ende für die Ehefrau reichen würde. Ich als Neuling stand eher dazwischen.

Was war das Schlimmste an der Wartezeit bis zu Ihrer Entdeckung?

Die Kameraden sehenden Auges zu verlieren, hat viele hart getroffen. Einigen hat man noch helfen wollen, aber nicht mehr helfen können. Später waren wir abgebrüht und haben gesagt: „Die haben es hinter sich.“

Wie haben die Männer die Situation psychisch verkraftet?

Man fängt an, sich Dinge zusammen zu spinnen. Einer von uns träumte davon, zu Hause Äpfel vom Baum zu pflücken und riss dabei tatsächlich Steine aus der Decke. Ein anderer wollte sich in dem Wasser baden, in dem die Leichen schwammen.

Konnten Sie sich gegenseitig Mut zusprechen?

In der letzten Phase bevor wir entdeckt wurden, etwa am siebten Tag, haben wir zusammen gebetet, jeder murmelte etwas vor sich hin. Ob besonders gläubig oder nicht – jeder dachte, jetzt hilft nur noch Gott. Das brachte wieder etwas Hoffnung auf.

Von Gerrit Brandtmann

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