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Fall Stieler: „Verfahren ist beendet“

Oberlandesgericht Braunschweig Fall Stieler: „Verfahren ist beendet“

Kein Prozess im Fall der vor knapp 13 Jahren getöteten 18-jährigen Yasmin Stieler aus Uelzen. Dem Oberlandesgericht Braunschweig reichen die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Indizien nicht aus, um ein Hauptverfahren gegen den 42-jährigen Beschuldigten aus Vechelde zu eröffnen.

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Rosemarie Schäfer, die Mutter von Yasmin Stieler, trauert am Grab ihrer Tochter auf dem Friedhof in Uelzen.

Quelle: Archiv: Thomas Mitzlaff

Vechelde. „Das Verfahren gegen den Angeschuldigten im Fall Stieler ist beendet“, sagte gestern Ingo Groß, Sprecher des Oberlandesgerichts Braunschweig auf PAZ-Anfrage. Gegen den Beschluss des 1. Strafsenats beim Oberlandesgerichts sind keine Rechtsmittel mehr möglich.

In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 1996 war die Uelzener Schülerin Yasmin Stieler eines gewaltsamen Todes gestorben: Erwürgt oder erdrosselt, ihr Leichnam zerteilt und an verschiedenen Orten im Kreis Peine und Hannover abgelegt.

Tatvorwurf gestützt auf Indizien

Erst am 7. November 2008 legte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit ihrer Anklageschrift einem 42-jährigen Vechelder zur Last, die Schülerin am Tattag gegen Mitternacht im Bodenstedter Holz getötet zu haben. Der Mann war am 3. September 2008 verhaftet worden und saß vom 4. September 2008 bis zum 2. März 2009 in Untersuchungshaft.

Da es unmittelbare Tatzeugen nicht gibt, stützte die Staatsanwaltschaft den Tatvorwurf auf eine Vielzahl von Indizien, die aus ihrer Sicht den Angeschuldigten belasten – der die Tat bestreitet.

Dem Landgericht Braunschweig war das zu wenig: Es ließ die Anklage nicht zu, eine Hauptverhandlung wurde nicht eröffnet. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger legten sofortige Beschwerde dagegen ein, das Oberlandesgericht prüften den Sachverhalt und kam zum selben Ergebnis: kein hinreichender Tatverdacht.

Ob sich Angeschuldigter und Opfer gekannt haben, sei unklar. Unklar blieben auch das Motiv und der Tathergang. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ein anderer Täter in Betracht komme.

Der Angeschuldigte habe zu keinem Zeitpunkt eindeutig und unmissverständlich die Begehung der Tat zugegeben. „Dass einige seiner Äußerungen widersprüchlich und widerlegbar seien, ließe keinen hinreichend sicheren Schluss auf eine Täterschaft des Angeschuldigten zu“, sagte Oberlandesgerichtssprecher Ingo Groß.

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