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Ex-Neonazi war zu Gast in Lengede

Integrierte Gesamtschule Ex-Neonazi war zu Gast in Lengede

Brandstiftung, Erpressung, körperliche Gewalt: Als überzeugter Neonazi hatte sich Manuel Bauer einiges zuschulden kommen lassen. Nach 15 Jahren in der Szene stieg er aus, nun warnt er vor den Anwerbetricks der Ultra-Rechten. Er war an der Integrierten Gesamtschule Lengede zu Gast.

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Die Schüler der AG Wilma hatte den ehemaligen Neonazi Manuel Bauer (r.) eingeladen.
 

Quelle: Hendrik Götze

Lengede.  Bauer kam auf Einladung der Gruppe Wilma (Willi Frohwein Gruppe für Menschenrechte – gegen Ausgrenzung), eine von Neunt- und Zehntklässlern gegründete Schul-AG, die Rechtsextremismus bekämpfen und demokratische Werte stärken will. Als Begleiter der Gruppe war Sebastian Ramnitz als Berater gegen Rechtsextremismus dabei.

Den mehr als 80 Anwesenden wurde zunächst ein Video gezeigt, in dem sich Wilma mit dem Eingreifen von unbeteiligten Personen bei einem Angriff von Rechtsradikalen auseinander setzt.

Danach begann der Aussteiger mit seinem Vortrag. Der heute 39-Jährige stammt aus einem sächsischen Dorf. Als er zehn Jahre alt ist, werden wegen der Wende im Osten immer mehr Betriebe geschlossen, die Arbeitslosigkeit steigt. Diese Entwicklung und auch seine Bundeswehrzeit, in der er Gleichgesinnte trifft, treibt Bauer in die Fänge der Rechten. Er gibt sich durch Glatze und Springerstiefel als Neonazi zu erkennen.

Mit 17 zieht er zu Hause aus. In der Folgezeit begeht er diverse Taten gegen „anti-deutsche Subjekte“. So zündet er eine Dönerbude an, erpresst einen homosexuellen Geschäftsmann und schlägt Ausländer zusammen. Unter anderem verprügelt er Vater und Mutter einer Hinduisten-Familie und tritt die fünfjährige Tochter gegen eine Wand.

Er wird verurteilt, bekommt aber die Chance, sich mithilfe der Organisation Exit Deutschland wieder in die Gesellschaft zu integrieren. „Nach fast 15 Jahren bin ich aus der militanten Neonazi-Szene ausgestiegen. Meine früheren Taten belasten mich heute sehr“, sagt er. Darum sei es ihm auch so wichtig, vor den Anwerbetricks der ultrarechten „Rattenfänger“ zu warnen.

Er ist inzwischen Vater und hat keinen Kontakt mehr zu seinen ehemaligen „Kameraden“, erlebt aber immer wieder Anfeindungen und Bedrohungen. Häufige Umzüge und das Bemühen, den Wohnort geheim zu halten, sind die Folge. „Heute bin ich froh, in einer Demokratie zu leben, in der die Menschen sich gegen rechtes Gedankengut wehren“, sagt er.

Nach zwei Stunden mit interessanten und ehrlichen Einblicken, aber auch befremdlichen Schilderungen endete ein Abend, der allen Besuchern wohl noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

Von Hendrik Götze

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