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Eine Leidenschaft für Afrika und seine Kinder

Vechelde Eine Leidenschaft für Afrika und seine Kinder

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – Claudia Krebs aus Vechelde ist sozusagen ein leibhaftiger Beweis für die Sinnhaftigkeit dieses Zitates von Erich Kästner. Die 35-Jährige unterstützt seit fast zehn Jahren an Aids erkrankte Kinder in Afrika, sammelt Geld und gibt Hilfe zur Selbsthilfe.

Vechelde. Ihre Leidenschaft für Afrika entdeckte sie bereits in jungen Jahren. Alles begann mit einem Buch. „Wir weinen um unser Land“ lautete der Titel, Nelson Mandela war der Autor. Claudia Krebs aus Vechelde hat es inspiriert und nicht mehr losgelassen. Das Thema Apartheid war von da an ihr ständiger Wegbegleiter. Als junge Erwachsene begann die heute 35-Jährige Spenden für Kinder in Südafrika zu sammeln. Das ist mittlerweile zehn Jahre her. Ihr Engagement gilt in erster Linie an Aids erkrankten Mädchen und Jungen, die keine Eltern mehr haben oder keine Unterstützung erfahren.

Sie muss selbst schmunzeln wenn sie sich an ihre Anfänge als Aktivistin und Widerstandskämpfern erinnert. Claudia Krebs war 13 Jahre alt. „Mein ein Jahr älterer Bruder Carsten und ich sind öfter nach Braunschweig gefahren, haben vor Obstgeschäften, die Äpfel aus Südafrika anboten, demonstriert, und gerufen, dass sie die Apartheid fördern.“ Ein prägendes Erlebnis war für sie die Rede des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu beim Kirchentag 1987 in Berlin. „So fing es an“, sagt Krebs.

Es kam wie es kommen musste. Ihr Bruder Carsten bekam 1996 ein Stipendium in Südafrika. Sie sammelte zu Hause noch schnell 250 Mark in einem Gottesdienst, bevor sie ihm in ihrem Urlaub folgte. Gemeinsam übergaben sie das Geld an einen Kindergarten im Township Soweto im Südwesten Johannesburgs. „Daraus ist eine Leidenschaft entstanden“, sagt Krebs, die bis heute mehrere tausend Euro gesammelt hat – unter anderem bei den Tanzshows des MTV Vechelde, bei dem sie Abteilungsleiterin ist.

Großen Wert legt sie bei ihrer Arbeit darauf, dass das Geld bei denen ankommt, die es am dringendsten benötigen. Und um das zu gewährleisten ist sie mittlerweile dazu übergangenen, vor Ort die benötigten Dinge selbst zu besorgen. Ihr ganzes Engagement gilt seit Anfang 2000 dem Khumbulani Day-Care-Center bei Kapstadt. Bis zu 180 Kinder, darunter auch Säuglinge, werden dort betreut. Claudia Krebs, gelernte Erzieherin und Diplom-Sozialpädagogin, weiß worauf es ankommt. Die Kinder brauchen vor allem eines: Fürsorge.

„Wir gehen davon aus, dass die meisten Kinder entweder an Aids erkrankt sind oder das Virus in sich tragen“, sagt Krebs, die in den Heimbetreiberinnen Gloria und Patricia ihre Vertrauenspersonen vor Ort gefunden hat. In dem Heim gibt es noch viel zu tun, unter anderem wurde das sogenannte „Soup-Kitchen-Projekt“ ins Leben gerufen, bei dem die Kindern lernen sollen, Gemüse für ihr Essen selbst anzubauen.

Bei ihrem jüngsten Trip nach Südafrika hatte Claudia Krebs nicht nur Geld und ihren Freund Stefan Wilke im Gepäck, sondern auch ihren einjährigen Sohn. Er heißt Felix Themba. Themba ist afrikanisch und bedeutet so viel wie Hoffnung.

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