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Ein 100-Tonnen Stahltier auf der B1

Denstorf Ein 100-Tonnen Stahltier auf der B1

Riesenhaft und monströs wirkt die mehr als 100 Tonnen schwere Maschine, die der Bundesstraße 1 zwischen Vechelde und Braunschweig eine neue Asphaltdecke verpasst. Schwaden von Rauch und Hitze steigen vom dampfenden Asphalt-Granulat auf, das sich dem brüllendem Stahl-Tier entwalzt: 400 Tonnen jede Stunde.

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Jenseits von Denstorf: Die riesigen Asphalt-Maschinen nähern sich langsam Braunschweig.

Quelle: im

Vechelde-Denstorf . Der Kompaktfertiger 7300 C/S ist so breit wie eine Doppelhaushälfte und auch fast so hoch. Zu beiden Seiten ragen meterlange Kästen, so genannte Vario-Bohlen, heraus, über die das Asphaltgranulat auf den abgefrästen Straßengrund aufgewalzt wird. „Die Maschine nennt man Kompaktfertiger, weil sie in einem einzigen Arbeitsgang Binder- und Deckschicht des Straßenbelages aufträgt“, erklärt Bauleiter Erwin Gommel: „In ganz Europa gibt es nur drei Stück davon.“

Vier Meter pro Minute

Vor dem kettenbetriebenen Kompaktfertiger bewegt sich der Beschicker. Der Koloss besteht im Grunde aus einer Wanne und einem Förderband. Über ihn werden die Bunker des Kompaktfertigers gefüllt. Damit die Asphaltmaschine kontinuierlich arbeiten kann, wird das Ungetüm stündlich mit 20 Kipperladungen befüttert - alle drei Minuten eine! 400 Tonnen in der Stunde.

„Wir machen etwa drei bis vier Meter die Minute“, brüllt Einbaumeister Heinz Mauer in den Lärm der Maschinen. Noch drei Meter neben dem Fertiger vibriert der Boden unter den Füßen. Die Männer schwitzen durch den heißen Asphalt. Etwa zehn Zentimeter ist der zweischichtige Belag stark.

Gestern haben sie mit der gut 40 Meter langen Asphaltierungsanlage 2100 Meter geschafft. „Heute haben wir noch 1600 Meter bis Braunschweig vor uns und dann kommt Denstorf an die Reihe“, sagt Mauer. Hinter dem Fertiger rollen eine Handvoll Planierwalzen über die neue Trasse, die in der Hitze flimmert. Die Fahrer haben sich Sonnenschirme auf ihre Gefährte montiert.

Bauwart Vadim Roos von der Straßenmeisterei Ilsede überprüft indes die Temperatur des Binders, so heißt die mittelere Schicht des Straßenbelages. Hierzu stößt er einen metallenen Thermofühler in die unablässig voranwälzende Masse. „160 Grad Celsius. Das ist ideal“, sagt er. „Wenn der Binder zu kalt ist, können ihn Kompaktfertiger und die Planierwalzen nicht genügend verdichten. Die Straße wäre nach wenigen Jarhen wieder im Eimer“, erklärt der Bauwart. Alle 6500 Quadratmeter macht die Straßenmeisterei solche Stichproben. Bisher habe es keine Probleme gegeben.

Unablässig überprüft Einbaumeister Mauer Dicke und Neigung des neuen Straßenbelages. „Auf gerader Strecke fällt das Straßenprofil zu beiden Seiten ab: ein Dachprofil. In Kurven walzen wir ein Flachprofil. Das bedeutet, dass die Kurvenaußenseite ansteigt - wie eine Steilkurve, nur flacher“, erläutert Gommel und muss schon wieder ans Telefon. Die Firma, die allein in Braunschweig 100 Menschen beschäftigt, hat derzeit drei Mischanlagen für die Asphaltproduktion laufen. Das muss dauernd koordiniert werden. „Das größte Problem wäre der Ausfall des Kompaktfertigers. Bei einer Stunde Stillstand haben wir plötzlich 400 Tonnen Asphaltgranulat zuviel – das wäre dann ein echtes Problem“ sagt Gommel.

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