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Dritter Verhandlungstag für verurteilten Lengeder

Landgericht Hildesheim Dritter Verhandlungstag für verurteilten Lengeder

Ein sehr trauriger Lebenslauf nähert sich vorerst seinem negativen Höhepunkt: Nach etlichen Vorstrafen für verschiedene Vergehen hat ein damals 19-jähriger Schulabbrecher wohl absichtlich betrügerisch gehandelt und sich Handwerksleistungen erschlichen.

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Der Angeklagte (l.) verfolgte ohne Regung neben seinem Anwalt die Verhandlung.
 

Quelle: GS

Hildesheim/Lengede.  Auch am dritten Verhandlungstag in dieser Strafsache am Landgericht Hildesheim versuchte das Gericht, den Tathergang und die Schadenssumme zu ermitteln.

Vorerst plädieren Verteidigung und Jugendgerichtshilfe dafür, den mittlerweile 21-Jährigen nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. Ende September wird das Urteil gefällt.

Im Herbst 2015 beauftragte der aus einer Schaustellerfamilie stammende junge Mann unter falschem Namen zwei Firmen mit der Sanierung eines Hauses in Lengede. Allerdings bezahlte er die Leistungen nicht. Eine kleine Baufirma aus Salzgitter brachte er durch den Betrug an den Rand des Ruins. Die Sanitärfirma zog schneller Konsequenzen und brach die Arbeiten bereits im Anfangsstadium ab.

Dem Gericht stellte sich nun die Frage, welche Schadenssumme der Bestrafung zugrunde gelegt werden müsse. Anfänglich standen für die Entkernung und Sanierung des laut Aussage der Geschäftsführerin der Baufirma erst wieder bewohnbar zu machenden Hauses 50 000 Euro Schaden zu Lasten der Baufirma im Raum. Um wenigstens einen Teil ihrer Kosten wieder „rein zu bekommen“, hatte sich die Geschäftsführerin mit dem Vater des Angeklagten auf einen „Deal“ eingelassen. Er sollte 20 000 Euro zahlen, tat dies jedoch auch nicht.

Deshalb minderte das Gericht die angenommene Schadenssumme auf einen Betrag zwischen 20 000 Euro und 26 000 Euro. Hier wurde zum einen der „Deal“ berücksichtigt und zum anderen die reinen Personalkosten errechnet. Die Besichtigung der erfolgten Arbeiten ist nur noch per Foto möglich, da das Haus durch Brandstiftung inzwischen zerstört ist. Die Sanitärfirma blieb auf einer Rechnung von rund 5000 Euro sitzen.

Relativ unbeteiligt verfolgte der bereits wegen anderer Delikte (siehe Kasten) verurteilte 21-jährige Mann die Verhandlung. Nur wenn er zu seiner Frau und seinem Baby sah, huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Diese beiden sind es wohl auch, die ihn zum Umdenken gebracht haben. Die kriminelle Karriere habe er bei seiner Heirat 2016 und der Geburt des Kindes nach eigenem Bekunden hinter sich lassen wollen. Er möchte nun in Haft seinen Hauptschulabschluss nachholen und später als Boxtrainer arbeiten.

Von Grit Storz

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