Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Lengede/Vechelde/Wendeburg Doppeltes Theater um Liebe, Krieg und Sex
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Doppeltes Theater um Liebe, Krieg und Sex
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:30 29.05.2013
Eine Szene aus dem Stück „Lysistrata: Verkehrt wird im Frieden.“ Quelle: im

Dabei brachten die beiden Kurse „Darstellendes Spiel“ des 11. Jahrgangs zwei Stücke auf die Bühne. In einer nach antiker Vorlage selbst verfassten Szenenfolge verweigern die Frauen unter der Führung Lysistratas, sehr engagiert verkörpert von Sophie Shada, ihren Männern so lange den Sex, bis diese keine Krieg mehr führen wollen. Die berühmte Thematik der „Lysistrata“ von Aristophanes brachten die Schüler unter der Leitung von Kristina Marotz überaus witzig, modern in der Sprache und toll kostümiert auf die Bühne.

Ihren schlagfertigen und mit dem Mut zu schrillen Kostümen agierenden selbstbewussten Frauen müssen sich die kampferprobten Männer trotz aller Gegenwehr bald geschlagen gegeben. Da hilft es den Männern auch nicht, dass sie einmal selbst in Frauenkostümen demonstrieren, was ein herrlich skurriles Bild ergibt. Alle Akteure glänzten mit ihrer Textsicherheit und bemerkenswerten Spielfreude.

Und in der auch vom Kurs „Darstellendes Spiel“ unter der Leitung Klaus Nührigs verfassten Tragödie „Amina und Antigone“ besucht ein heutiger Diktator, in dessen Land Bürgerkrieg herrscht, mit seinen beiden Töchtern und seiner Nichte Amina eine klassische Inszenierung der Antigone. Ihnen gegenüber spielt er den großmütigen Vater und Onkel, als er jedoch von einem Lakaien erfährt, weshalb die Darstellerin der Antigone mitten in der Aufführung durch eine andere Darstellerin ersetzt wurde, fällt seine Maske.

Die Schauspielerin gehört zu den Rebellen, also verlangt er von seinem Geheimdienst, dass alle Informationen aus ihr herausgepresst werden müssen. Subtil verkörperte Mirco Beyer diesen Diktator mit seinen zwei Gesichtern. Nele Sattler spielte emotional berührend in ihrer Aufrichtigkeit seine Nichte Amina, die einem schwer verletzten Rebellen geholfen hat und deshalb hingerichtet wird. In einer bewegenden Traumszene erscheinen Amina die wahre Antigone und eine Frau, die im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer Hilfe für einen verfeindeten Soldaten zum Tode verurteilt wurde, um ihr zu danken.

Die 200 Zuschauer belohnten beide Inszenierungen mit viel Beifall.

rd

  • Wer die Aufführung verpasst hat, kann sie heute noch einmal sehen: Das Stück „Lysistrata: Verkehrt wird im Frieden“ wird am heutigen Donnerstag um 18 Uhr im Haus III des Staatstheaters Braunschweig während der Braunschweiger Schultheaterwoche gezeigt.