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Die Welt ist trällernd, bunt und vogelfroh

Naturschutz in Wedtlenstedt Die Welt ist trällernd, bunt und vogelfroh

Nelkenwurz, Mönchsgrasmücke, Schollkraut: So hießen die Stars und Sternchen bei der naturkundlichen Wanderung um die Wedtlenstedter Kiesgrube.

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Es gibt viel zu entdecken: Die Teilnehmer der naturkundlichen Wanderung um die Wedtlenstedter Kiesgrube.

Quelle: im

Vechelde-Wedtlenstedt. Morgens um neun ist die Welt noch in Ordnung. Großartiges Wetter und beste Zeit, die heimische Pflanzen und Vogelwelt zu entdecken - möchte man meinen. „Na ja,“ grummelt Professor Ulrich Reimers und schaut sich kurz zu den mitwandernden Naturfreunden um, „je größer die Gruppe, desto mehr Lärm machen wir. Außerdem sind die Vögel ja schon seit vier Uhr hoch. Die haben jetzt schon fast Mittagsruhe.“ Ach so. Aber die Pflanzen. Die können nicht wegfliegen.

Bei der NDR1-Aktion: „Natürlich Niedersachsen - der Sonntag für den Naturschutz“ treffen sich Peiner aus dem ganzen Landkreis an ausgesuchten Stellen, um sich an den Schönheiten der niedersächsischen Natur zu erfreuen. Heute Morgen geht's um die die Kiesgrube bei Wedtlenstedt. „Sie bietet sich an, weil sie in ihrer Normalität repräsentativ für die Gemeinde Vechelde ist“, sagt Reimers, Professor für Nachrichtentechnik an der Braunschweiger Universität.

Plötzlich flötet es aus den meterhohen Büschen. Reimers hebt den Arm, alle verharren, lauschen stille dem Schnabelgesang. „Eine Gartengrasmücke?“, flüstert eine Dame. Nein. Weiterraten. Dann: Ganz klar, eine Mönchsgrasmücke. „Im vergangenen Jahr wurde eine große Kartierung der vorkommenden Vogelarten gemacht. Der Landkreis Peine hat insgesamt 107 Vogelarten zu bieten“, betont Reimers.

Dann hat er zwischen hüfthohen Brennnesseln wieder etwas entdeckt: „Den echten Nelkenwurz“, sagt er und greift eine unscheinbare gelbe Blume aus dem Nesselmeer, „der wurde früher zum Ersatz für die Gewürznelke verwendet.“

Dann wieder lautes Geträller und Geflöte: „Der Zaunkönig,“ freut sich der Professor, „der macht einen Mordslärm, was?“

Oben im Himmel steht ein Vogel in der Luft. „Ein Turmfalke. Eindeutig!“ taxiert die Gruppe. „Der Turmfalke ist einer von drei Falkenarten, die bei uns leben. Es gibt noch den Baumfalken und den Wanderfalken. Der verspeist übrigens Tauben!“, erklärt Reimers.

Eine Sache kann dem Hobby-Ornithologen so richtig die Petersilie verhageln. Da nutzt es auch nichts, wenn ihn eine Dame auf das Schollkraut aufmerksam macht, dessen rotbrauner Saft prima gegen Warzen helfen soll. Vor Kurzem hat die Betreiberfirma noch ein mal richtig Sand abgebaut - für die Vechelder Umgehungsstraße - und dabei sämtliche Röhrennester der Uferschwalben zerstört. „Ich werde den Landkreis fragen, ob da überhaupt eine Genehmigung vorlag. In der Vergangenheit waren dort bis zu 50 Brutpaare“, sagt er.

Insgesamt schätzt er die Situation und den Bestand der regionalen Vogelarten als ausbalanciert ein. „Es gibt Gewinner und Verlierer. Vögel die in Wiesenlandschaften leben, wie der Kiebitz oder das Braunkehlchen, sind sehr selten geworden“, bedauert er. Andererseits gibt es in Braunschweig Purpur-Reiher und im Vechelder Schulzentrum hat der Austern-Fischer von der Nordsee Quartier bezogen. Das sei ökologisch belanglos - aber witzig, meint Reimers.

wu

Nelkenwurz, Mönchsgrasmücke, Schollkraut: So hießen die Stars und Sternchen bei der naturkundlichen Wanderung um die Wedtlenstedter Kiesgrube.

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