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Lengede/Vechelde/Wendeburg Der ganz normale Weihnachtswahnsinn
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Der ganz normale Weihnachtswahnsinn
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01:00 24.12.2013
Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit: Für die Wendeburger Pastoren Petra und Frank Wesemann ein seltener Moment in der Weihnachtszeit. Quelle: web

„Wir haben den normalen Weihnachtsstress - und dann kommt noch die Arbeit dazu“, sagt Frank Wesemann und lacht. Insgesamt acht Gottesdienste halten er und seine Frau zusammen an Heiligabend - und das im Stundentakt. Und dann sind da noch die vier Kinder Simon (15), Johanna (14), Lydia (11) und Matthea (8) sowie Familien-Hund Lotta, die ebenfalls nicht zu kurz kommen sollen.

Während Petra Wesemann die drei Gottesdienste mit Krippenspielen übernimmt - zuerst sind die Kindergartenkinder an der Reihe, dann die Grundschulkinder und schließlich die Jugendlichen - pendelt ihr Mann permanent zwischen den Kirchen in Harvesse und Wendeburg hin und her. Ob das Krippenspiel in Harvesse, die weihnachtliche Andacht im Altenpflegeheim Löschmann in Wendeburg, die Christvespern in beiden Orten oder die Christmette um 23 Uhr mit dem Chor TonArt - wiederum in Wendeburg - es ist ein wahrer Gottesdienst-Marathon.

„Wir haben aber wenig Chancen, einen Gottesdienst ausfallen zu lassen“, sagt Frank Wesemann. Denn die Kirche ist klein und pro Gottesdienst kommen etwa 200 Personen. „Wir müssen die Kirche nehmen, wie sie ist“, sagt er mit einem Schmunzeln und erfreut sich stattdessen lieber an dem Anblick der langen Warteschlange vor den Kirchentüren. Viele Besucher kommen nur einmal im Jahr in die Kirche und ihnen möchten Wesemanns „ein gutes Erlebnis“ schenken. Dementsprechend viel Zeit und Mühe wird in die Vorbereitung gesteckt.

„In diesem Jahr habe ich das Gefühl, dass die Adventszeit besonders stressig ist“, sagt Petra Wesemann. Daher sei es eine große Entlastung gewesen, dass diesmal Organistin Elke Efken die musikalische Leitung des Kindermusicals übernommen habe. Und auch an anderer Stelle erfährt das Pastorenehepaar Unterstützung, etwa beim Plätzchenbacken. „Wir haben selbst keine Zeit dafür, deswegen haben uns die Nachbarn welche geschenkt“, freuen sie sich über die Aufmerksamkeit.

Wie für die Eltern ist auch für die Kinder der Gottesdienst der wichtigste Bestandteil des Weihnachtsfestes. An die Arbeitszeiten der Eltern an Heiligabend seien die Kinder gewöhnt, schließlich „kennen sie es nicht anders“, sagt Frank Wesemann. Die beiden Jüngsten wirken im Krippenspiel mit, die älteste Tochter besucht selbst drei Gottesdienste.

Wenn sich die Familie schließlich zum Weihnachtsessen versammelt, steckt der Familienvater noch mitten in der Arbeit. Auf Wunsch der Kinder gibt es Hotdogs - in Abwandlung des traditionellen Weihnachtsessens, Bockwurst und Kartoffelsalat. Bei der Bescherung lässt sich die Pastorenfamilie dann aber richtig Zeit: „Jeder packt ein oder zwei Geschenke aus, erst am ersten Weihnachtsfeiertag folgt dann der Rest.“

web