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Der Teufelsbuche geht der Saft aus

Lengeder Kirchhof Der Teufelsbuche geht der Saft aus

Krüppel-, Schlangen-, Hexen- oder gar Teufelsbuche nennt sie der Volksmund. In Lengede steht so ein Baum direkt bei der Kirche. Problem: Ihm geht es hundsmiserabel. Viele Äste sind kahl, die wenigen Blätter schlaff und teilweise von Milben befallen – und keiner weiß wieso.

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Bizarr-schön: die Süntel- oder Teufelsbuche.

Quelle: Christian Bierwagen

Lengede. Bizarrer Aberglaube rankt sich um die Teufelsbuche. Das liegt an ihrem nicht minder bizarren Aussehen: Aus dem gedrungenen, drehwüchsigen, pockenbuckeligen Stamm schrauben sich miteinander verwachsene Äste heraus. Die herunterhängenden Randzweige bilden eine Zelt- oder Kuppelform. Die Ursache dieses absurden Wuchses ist noch völlig ungeklärt.

„Genauso ungeklärt ist die Ursache seines jetzigen Zustandes“, sagt Ortschronist Werner Cleve und besieht die weißbäuchigen Milben auf den Blattunterseiten. „Vielleicht nehmen die anderen Bäume ihm Licht und Energie“, mutmaßt Cleve und deutet auf die umstehenden Birken und Buchen zwischen den alten Gräbern auf dem Kirchberg.

Hilfe aus dem Internet

Eigentliche heißt die Teufelsbuche Süntelbuche, nach einer Region im Weserbergland. Um den knorrig-schraubschiefen Stamm herum macht sich gerade Friedhofsgärtner Reinhard Strysio mit einem Flügelgriff-Handschrauber zu schaffen. „Vielleicht fehlt dem Baum ja Wasser“, mutmaßt der Zwei-Meter-Mann und dreht den Bohrer tiefer in die schotterschwere Erde – ein paar Löcher hat er schon rund um den Stamm gebohrt.

„Die Süntelbuche wächst am liebsten etwas isoliert, weil sie nicht so hoch wächst“, sagt Cleve. Er schätzt das Alter des Baumes auf etwa 100 Jahre. Im Internet hat er Kontakt zu Süntel-Buchen Spezialisten aufgenommen. Lengedes Bauamtsleiter Cord-Heinrich Helmke hat Cleve einen Baumpfleger genannt. „Das muss jetzt schnell gehen. Der Baum verliert jeden Tag mehr Kraft“, appelliert der Ortschronist. Strysio kommt jetzt mit einem Baumarkts-Schlauchwagen hinter der Kirche hervor, versenkt den Schlauch in eines der gut einen Meter tiefen Löcher. „Wasser marsch!“ ruft er, „Na, werden die Blätter schon grün?“

Cleves Hoffnung ist, dass die Süntel-Buchen Profis ihn beruhigen und den knubbelig-verrenkten Baum, dem die Blätter und der Saft ausgehen, mit Tricks und Tipps wieder auf Vordermann bringen. „Die Süntel-Buche ist ja so etwas wie ein Wahrzeichen unserer Kirche und steht in unmittelbarer Nähe zum Friedhof. Wer einen Tipp hat, kann mich anrufen“, scherzt Cleve zum Schluss.

Björn Wulfes

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