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Lengede/Vechelde/Wendeburg Dealer belastet angeblichen Auftraggeber
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Dealer belastet angeblichen Auftraggeber
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08:00 13.05.2009
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Braunschweig. 43 Fälle wirft die Anklage dem 25-Jährigen vor. Der aus Nigeria stammende Mann soll sich insgesamt eineinhalb Kilogramm Kokain und mehr als 30 Kilogramm Marihuana besorgt haben. Die Rauschmittel habe er mit Gewinn weiterverkauft. Einen Teil der Drogen habe der Mann aus den Niederlanden eingeführt oder von Komplizen importieren lassen, ist Staatsanwalt Hans-Christian Wolters überzeugt. Der Beschuldigte äußert sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Aber nicht nur das Schweigen des 25-Jährigen macht die Verhandlung kompliziert. Die angeklagten Taten liegen schon rund fünf Jahre zurück. Bereits 2004 waren Ermittler auf die Spur des Mannes gekommen. Ausschlaggebend waren die Aussagen eines anderen Dealers. Den Fahnder gelang es aber nicht, den Verdächtigen zu fassen. Er hatte sich rechtzeitig in sein Heimatland abgesetzt.

Es dauerte bis zum vergangenen Herbst, bevor der Beschuldigte wieder den langen Arm der Braunschweiger Strafverfolgungsbehörden zu spüren bekam. Sie erfuhren, dass sich der Gesuchte in Holland aufhielt und stellten einen Auslieferungsantrag. Der erwies sich letztlich als erfolgreich, und der Nigerianer musste eine unfreiwillige Reise nach Deutschland antreten. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Und auch der eigentliche Prozessablauf gestaltet sich kompliziert. Gestern sagte ein früherer Drogenkurier aus, er habe für den Beschuldigten Kokain aus Holland nach Deutschland geschmuggelt. Außerdem berichtete der Zeuge, sein jetzt angeklagter Landsmann habe ihn angerufen und in der heimatlichen Sprache Igbo gefordert: „Sag vor Gericht nichts.“

Diese Behauptungen wollte Verteidiger Yücel Arslan nicht so einfach stehen lassen. Er bombardierte den Zeugen mit Fragen wie „Kennen Sie Ihre Handynummer auswendig?“

Der Vorsitzende Richters Andreas Kreutzer versuchte, wieder Sachlichkeit einziehen zu lassen. Das sorgte nur dafür, dass der Rechtsanwalt seine Position immer lauter vertrat. Schließlich mahnte Kreutzer in gefährlich ruhigem Ton: „Wenn Sie mich hier weiter anschreien, hilft uns das nicht dabei, ein Urteil zu finden.“
Die Verhandlung wird in der übernächsten Woche fortgesetzt.

jkr

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