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Lengede/Vechelde/Wendeburg „Das wäre eine Enteignung!“
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg „Das wäre eine Enteignung!“
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23:07 27.07.2009

Wendeburg-Meerdorf. „Der im Meerdorfer Holz vorhandene Artenreichtum soll aus Sicht von Herrn Professor Oelke und Herrn Dr. Theunert unter Naturschutz gestellt werden, obwohl es bereits als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet ausgewiesen ist und die bisherige Landschaftschutzverordnung diesem Gebiet angepasst wird“, sagt Manfred Jürgens, Vorsitzender der Forstgenossenschaft Meerdorf. Schon dadurch hätten die Forstgenossen Einschränkungen bei der Waldbewirtschaftung hinzunehmen. Das Flora-Fauna-Habitat ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union.

„Über all die Jahre, die ich Vorsitzender bin, wurde dort eine langfristige ökologische Waldentwicklung verfolgt“, betont der 72-Jährige. Dazu zählt zum Beispiel eine standortgemäße Baumauswahl, ein Verzicht auf großflächige Kahlschläge und die Anlage eines standortgerechten Mischwaldes. „Erst dadurch sind die vielen Arten entstanden, über die sich die Naturschützer so freuen. Ein Lob an die Verantwortlichen auszusprechen, wäre sicherlich angebracht gewesen.“

Eine unter Naturschutzstellung hätte zur Folge, dass der Wald verschatte und Schmetterlinge und seltene Pflanzenarten zurückgingen, prognostiziert Jürgens. „Man muss in den Naturhaushalt eingreifen, um diese Artenvielfalt zu erhalten. Dieses geschieht auch durch Mähen einer Orchideenwiese in der Meerdorfer Schweineweide.“ Bei einigen Exkursionen im Ausland sei ihm bestätigt worden, dass die Artenvielfalt in bewirtschafteten Wäldern größer ist, als in ausgewiesenen Naturschutzgebieten.

Nach seiner Ansicht würden viele Naturschützer ein „Beschützersyndrom“ haben. „Viele kennen die Zusammenhänge aber gar nicht. Sie kennen nur den Ist-Zustand und wissen gar nicht, wie sich das alles entwickelt hat und wie es sich weiterentwickeln könnte.“

Die Eigentümer der Forstanteile fürchten um ihre Gewinne. 2500 Festmeter Holzeinschlag produziert das Meerdorfer Holz jährlich. Entschädigungszahlungen an die Waldbesitzer sind möglich, allerdings „sind diese Ausgleichszahlen so gering, dass wir darauf verzichtet haben, als das Meerdorfer Holz als Flora-Fauna-Habitat ausgewiesen wurde. Sie entsprechen nicht dem Verlust“, sagt Jürgens.

Er fordert ein Umdenken bei den Politikern: „Wenn es um die Natur und ihren Schutz geht, gibt es immer viel Geschrei. Aber wir haben hier in Meerdorf eine intakte Natur und daran wird sich nichts ändern!“

110 Hektar des insgesamt 350 Hektar großen Meerdorfer Holzes gehören der Forstgenossenschaft Meerdorf, 40 der Forstgenossenschaft Blumenhagen und 20 der in Wipshausen. 180 Hektar sind Staatswald.

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