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Das Tor zu einer exotischen Welt

Quer durch Indien bis nach Nepal Das Tor zu einer exotischen Welt

Auto- und Fahrrad-Rikschas, Basare und Geschäfte mit farbenfrohen Stoffen, zahlreiche Tempel und Gottheiten: Das ist Indien. Bunt, herzlich und immer ein wenig chaotisch: Christa Meinecke und ihr Lebensgefährte Reinhard Metschulat besuchten das größte südasiatische Land. Mit der PAZ sprachen die Bortfelder über ihre Eindrücke.

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Christa Meinecke lernte die „Großraumtaxis“ der Inder sowie deren Verehrung für Ratten im Ratten-Tempel kennen.

Quelle: privat

Wendeburg-Bortfeld . Mit einer Stunde Verspätung begann die Indien-Reise von Christa Meinecke und Reinhard Metschulat aus Bortfeld. „Wir haben in Hannover keinen Anschlusszug bekommen, weil in Uelzen eine Bombenräumung war“, erinnert sich die Bortfelder Künstlerin und Bibliothekarin Christa Meinecke. Zum Glück für das Paar sollte der Flug von Frankfurt nach Neu Delhi, die Hauptstadt Indiens, erst am nächsten Tag starten. Mit einer Zwischenlandung in Doha erreichten Meinecke und Metschulat die indische Hauptstadt nach etwa einem Tag Flug. „Wir haben dort auch sehr schnell unsere Reisegruppe gefunden, die mit zehn Personen angenehm klein war“, sagt Meinecke.

Erster Besichtigungspunkt der Gruppe war die Moschee Jama Maasjid. Die Mehrheit der Inder, zirka 80 Prozent sind Hindus; Moslems, Christen und Sikhs stellen Minderheiten. „Um die Moschee zu betreten, mussten wir Frauen lange Gewänder anziehen“, erzählt die 60-jährige Bortfelderin.

Besonders auffällig fand Meinecke die aufgeschlossene Art der Inder, die sich gern fotografieren ließen. Beeindruckt hat sie auch das typisch indische „Verkehrs-Chaos“: „Autos, Mopeds, Fahrrad- und Auto-Rikschas – alles fährt dort auf der Straße durcheinander, aber es funktioniert.“

Abenteuerliches „Großraumtaxi“

Am zweiten Tag stand eine Fahrt mit der Metro sowie mit der Rikscha durch die Altstadt an. Abenteuerlich gestaltete sich die Fahrt mit sieben Personen in einem indischen „Großraumtaxi“. „Die Leute leben dort völlig anders, das kann man mit unseren Maßstäben nicht vergleichen“, betont sie. Überall laufen Kühe auf der Straße herum, Babiere rasieren ihre Kunden am Straßenrand und es wird noch mit Kohle-Eisen gebügelt – ebenfalls auf der Straße.

Die Reisegruppe wohnte in einem Haveli, einem alten Kaufmannshaus, in Mandana. „Diese Häuser sind wunderschön mit Malereien verziert“, ist Meinecke begeistert. Alte und neue Denkmäler der Gottheiten Ganesha (Elefantengott) und Hanumann (Ratgeber des Affenkönigs) stehen im Widerspruch zueinander. „Die neuen Denkmäler sehen aus, wie aus Disney-World“, bestätigt Meinecke, die mit der Gruppe auch den Rattentempel besichtigte.

Die Inder verehren Ratten. „Shiwa wollte ihren toten Sohn zurückholen. Doch das ging nicht. Sie konnte ihn nur in Form einer Ratte ins Leben zurückholen“, erzählt Meinecke die Legende. Demnach gilt es als Glück, wenn dem Tempelbesucher eine Ratte über den nackten Fuß läuft. Wer eine weiße Ratte sieht, hat sogar noch mehr Glück. Und wer mit einer Ratte aus einem Napf isst, hat das Glück für sich gepachtet. „Es gehört zum guten Ton, dass Hochzeitspaare den Tempel besuchen“, erzählt die Bortfelderin.

Es folgte ein Besuch bei einer Kamelaufzucht-Station, der Grabstätten in Jesalmer sowie eine Kamelsafari in Jaisalmer, 80 Kilometer von der pakistanischen Grenze entfernt, mit anschließender Übernachtung in der Wüste. Auch die sibirischen Kraniche, die in Indien überwintern, konnte die Reisegruppe beobachten.

In Jodhpur, der blauen Stadt, wurde das Fort besucht. Handabdrücke an den Eingängen zeugen von den Witwen der Maharadschas, die mit ihren verstorbenen Männern verbrannt wurden. Generell ist es in Indien üblich, die Toten zu verbrennen. „Das war für mich das Beeindruckendste überhaupt“, sagt Meinecke. Bei einer Fahrt auf dem Ganges konnte die Gruppe die Zeremonien für die Verstorbenen beobachten. Auch das Frühlingsfest Holi, bei dem sich die Inder mit Farbe bewerfen, konnten sie miterleben. Nach Besuchen des Palasts der Winde in Jaipur, dem Taj Mahal sowie einer Schule ging es über die Grenze in das autonome Gebiet Nepal. „Dort sah es plötzlich ganz anders aus; viel ordentlicher und geordneter“, erzählt Meinecke. Dort besichtigten sie den Chivtanar Nationalpark. Ausgerechnet sieben Tage vor dem Ende der vierwöchigen Reise, brach sich Christa Meinecke das Wadenbein, ahnte jedoch nichts von der Schwere der Verletzung. „Ich dachte zuerst, der Fuß wäre verstaucht“, sagt sie. Tapfer besuchte sie mit den anderen Reisenden die Hängebrücken, Paragliding und einen Ausflug ließ sie ausfallen, als sich die Wade blau verfärbte. In einer Klinik in Kathmandu diagnostizierten die Ärzte ein gebrochenes Wadenbein und Meinecke musste vorzeitig nach Hause fliegen. Ihr nächstes Reiseziel steht noch nicht fest: „Aber mir schwebt irgendwas mit Eis vor“, sagt Meinecke mit einem Lachen. „Aber das hat Zeit.“

Mirja Weber

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