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Lengede/Vechelde/Wendeburg Ausstellung über den Untergang des Ortes Glinde eröffnet
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Ausstellung über den Untergang des Ortes Glinde eröffnet
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20:00 14.04.2019
Ortsheimatpfleger Bodo Fricke (links) erläutert einem Besucher die ehemalige Lage der Ortschaft Glinde. Quelle: ulrich jaschek
Bortfeld

Vor gut 500 Jahren existierte in der Nähe von Bortfeld noch die Ortschaft Glinde, von der heute lediglich eine Wüstung übrig ist. Die Geschichte und die sich daraus bis heute ergebenden Folgen in der Umgebung Bortfelds sind seit dem Wochenende im ehemaligen Pferdestall des dortigen Bauernhaus-Museums nachzuvollziehen.

Bortfelds Ortsheimatpfleger Bodo Fricke und der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Ölper, Stefan Holland, haben sich zusammengetan, um sowohl dem Schicksal von Bortfelds Nachbardorf, des im 16. Jahrhundert gebrandschatzten Ortes Glinde, als auch dem der damals dort lebenden Bürger nachzuspüren. Das Ergebnis ihrer Recherchen stellten sie erstmals in sehr anschaulicher und übersichtlich strukturierter Form vor und erfreuten sich eines erheblichen Interesses der Bortfelder Dorfgemeinschaft.

„Die Quellen unserer Recherche sind teilweise bereits in der Bortfelder Dorfchronik von 1983 aufgelistet“, erklärt Fricke bescheiden, der diese allerdings mit Holland ergänzte und komplettierte. Er sei zuweilen darauf angesprochen worden, wo genau nun dieses „gewüstete“ Glinde im heutigen Orts-Dreieck zwischen Bortfeld, Wedtlenstedt und Lamme gelegen habe. Das habe sowohl Frickes und Hollands Forscherdrang angefeuert, diese Frage nicht nur immer wieder verbal zu beantworten, sondern nun als öffentlich zugängliche Ausstellung deutlich zu machen.

Kein Schutz vor Braunschweiger Landwehr

Dabei haben die beiden sich nicht nur auf die politischen und strategischen Um- und Zustände von damals bezogen. Damals lag die Ortschaft Glinde, anders als beispielsweise Bortfeld, schutzlos vor der Braunschweiger Landwehr. Dadurch wurde sie sozusagen zum „Appetithäppchen“ für den „Wolfsherzog“ Heinrich den Jüngeren von Wolfenbüttel, der sich aus politischem Ansehen der militärischen Rekatholisierung des inzwischen protestantischen Braunschweiger Umlandes angenommen hatte.

Einige Bortfelder haben ihre Wurzeln in Glinde

Glinder Familien gelang es offenbar, der Brandschatzung durch Flucht nach Bortfeld zu entkommen, im Laufe der Zeit aber ihre heimatlichen Felder wieder zu bewirtschaften. So sind viele damalige „Glindbürger“ namentlich bekannt und liefern heute Fricke und Holland sowohl Hinweise auf ihr einstiges Dasein, als auch ihren wendischen Ursprung und das Fortbestehen ihrer Namen in Bortfeld bis jetzt.

Wer sich die Zeit nimmt, in dieser historischen Nische auf die Suche nach Familiennamen, Bewirtschaftungsformen oder auch den Ursprüngen der Bortfelder Tracht nachzusuchen, wird durchaus überraschende Entdeckungen machen, verspricht Fricke.

Die kleine aber feine Ausstellung, für die Holland sowohl ein Modell der Landwehr als auch der Ölper Wassermühle gebaut hat, wird der Ortsheimatpfleger Interessierten nach telefonischer Anmeldung unter 05302/ 4886 gerne zugänglich machen und erläutern.

Von Ulrich Jaschek

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