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Lengede/Vechelde/Wendeburg Anwohner befürworten Baumfällungen in Vallstedt
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Anwohner befürworten Baumfällungen in Vallstedt
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20:00 24.01.2019
Die Zierkirschen in der Straße „Unter der Maate" in Vallstedt wurden inzwischen gefällt. Quelle: privat
Vallstedt

Grundsätzlich teilt Margrit Kaller, Ehefrau des Vallstedter CDU-Ortsratsmitglieds Wolfgang Kaller, die Ansichten der Grünen: Es sei richtig, große Bäume zu erhalten, da sie für das Klima wichtig seien. „Aber“, sagt sie, „gut gemeint ist nicht gleichzusetzen mit gut gemacht.“

Das treffe auch für das straßenbegleitende Grün an der Straße „Unter der Maate“ zu. „Die dort gepflanzten Bäume stehen mittlerweile über 20 Jahre und haben eine Größe erreicht, die für ein Wohngebiet nicht mehr akzeptabel ist“, so Kaller. Die Bäume hätten einen Umfang von knapp zwei Metern „Sie waren eigentlich von Anfang an hierfür nicht geeignet und haben in den letzten Jahren zur Verärgerung der Anwohner geführt.“

Verschattung und Laub im Herbst

So verschatteten die Bäume insbesondere die nördlich von der Straße gelegenen Grundstücke sehr stark und ragten mehr als drei Meter in die Grundstücke hinein. „Ganz zu schweigen von dem vielen Laub im Herbst, das die Anwohner in der grünen Tonne entsorgen müssen“, schildert die Anwohnerin.

Auch sei die Frage nach dem Nachbarschaftsrecht zu stellen. „Wenn ich als Privatperson solch große Bäume an der Grenze zum Nachbarn stehen habe, weniger als einen Meter von der Grenze entfernt, dann ist der Ärger vorprogrammiert.“ Das Nachbarschaftsrecht gelte im Übrigen auch für die Gemeinde.

Wurzeln haben bereits Schäden angerichtet

Müllfahrzeuge würden regelmäßig in die Zweige der Bäume fahren und brächen sie ab. Die Anwohner müssten sie dann entsorgen. „Da die Bäume auf einer Pflanzinsel mit einem Durchmesser von gerade mal einem Meter stehen, ragen die Wurzeln in die Grundstück hinein und haben dort auch schon Schäden verursacht“, führt Kaller aus. Auch auf der Straße hätten die Wurzeln bereits Risse verursacht.

„Die Aussage, dass mit den Baumfällungen ein falsches Signal an die Bürger gesandt wird, ist so nicht richtig“, sagt die Vallstedterin. „Denn wenn die Beschwerden der Anwohner von der Gemeinde – egal ob Ortsrat oder Gemeinderat – ernstgenommen werden und letztendlich zum Fällen von Bäumen führen, ist das eine bürgerfreundliche Politik und damit das richtige Signal.“

Das sagt die Verwaltung

Inzwischen sind die Zierkirschen an der Straße „Unter der Maate“ in Vallstedt wie auch die Platanen am Cachanring in Vechelde bereits gefällt. „In beiden Fällen liegt uns ein Beschluss der jeweiligen Ortsräte vor, die Bäume zu fällen“, sagt der Vechelder Bürgermeister Ralf Werner (SPD) auf PAZ-Anfrage. Diese Entscheidung falle laut niedersächsischer Kommunalverfassung auch ausschließlich in die Zuständigkeit der Ortsräte. „Das ist die jetzige Rechtslage, wir haben keine Baumschutzsatzung“, so der Verwaltungschef. Zudem sei der Ortsrat mit seiner Entscheidung, die Bäume fällen zu lassen, dem Druck der Bevölkerung nachgekommen. Trotz der bereits erfolgten Fällung werde der Antrag der Grünen, sich mit der Thematik im Umweltausschuss zu befassen, in der Februar-Sitzung beraten. Ihr Ziel ist es, ein Prozedere zu entwickeln, um jeden gesunden Baum zu erhalten und nur in wirklich zwingenden Fällen zur letzten Möglichkeit der Fällung zu greifen. Der von ihnen beantragte Stopp der Fällungen kam allerdings für die nun abgesägten Zierkirschen und Platanen zu spät.

Grüne: „Ortsratsmitglieder sind Nutznießer“

Der Ärger um die Baumfällungen in Vechelde und Vallstedt nimmt kein Ende: Die Grünen-Ratsfraktion hatte versucht, die Kettensägen aufzuhalten, ohne Erfolg. Nun pragern sie an, dass Ortsratsmitglieder in beiden Fällen Nutznießer gewesen seien.

„Leider hat der Verwaltungschef, Herr Werner, sich lediglich auf die Beschlüsse der Ortsräte zurückgezogen und die Fällungen von zehn gesunden, ortsbildprägenden Bäumen durchführen lassen“, bedauert die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Doris Meyermann.

Laut dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz dürfen die Ortsräte über das Pflanzen oder Fällen von Bäumen entscheiden. Die Ratsfraktion der Grünen konstatiert: „Ein besonderes Geschmäckle entsteht allerdings, wenn erkennbar ist, dass ausgerechnet zwei Mitglieder des jeweiligen Ortsrates, gleichzeitig auch des Gemeinderates, das Fällen der Bäume maßgeblich ausgelöst haben – einmal sogar als Antragsteller. Beide sind direkte Nutznießer.“

Keine Zeit für eine Initiative

Die Bürger seien nur durch Halteverbotsschilder auf die Fällungen aufmerksam geworden. Für eine Initiative zur Rettung der Bäume sei keine Zeit mehr gewesen. Den Bürgern sei daher geraten, die Sitzungen der Ortsräte und der gemeindlichen Ausschüsse sowie die Ratssitzungen zu besuchen.

Die Grünen haben nun beantragt, verantwortungsbewusster mit Bäumen umzugehen und Fällungen nur dann durchzuführen, wenn es nicht mehr vermeidbar sei. Ein zweiter Antrag für die Nachpflanzung von Bäumen am selben Standort der gefällten sei ebenfalls gestellt. Als besonders pikant bezeichnen Meyermann und Martina Goetzke, dass der Rat der Gemeinde Vechelde auf seiner jüngsten Sitzung das Leitbild für die Gemeinde beschlossen hat. Darin hätten die Themen Lebensraum, Natur und Umwelt einen hohen Stellenwert. „Unter diesem Aspekt als erste Amtshandlung nach dem Beschluss große, gesunde Bäume zu fällen, ist ein sehr spezielles Signal.“

Das sagen die Ortsratsmitglieder

Die von den Grünen kritisierten Ortsratsmitglieder nehmen Stellung zu dem Vorwurf, Nutznießer der Baumfällungen zu sein. Waldemar Hänsel(FDP), der im Cachanring in Vechelde wohnt und Mitglied im Ortsrat Vechelde ist, sagt: „Die Bäume haben zu Schäden an der Kanalisation und am Bürgersteig geführt. Zwei Mal musste der Wasserverband kommen, um die Kanalisation wieder durchgängig zu machen – die Wurzeln waren durchgewachsen.“ Er sei bei der Abstimmung, die im Übrigen einstimmig erfolgt sei, in keiner Weise befangen gewesen, die Bäume hätten sich auch nicht vor seiner Haustür befunden.

Auch Wolfgang Kaller, CDU-Ortsratsmitglied in Vallstedt und Anwohner der Straße „Unter der Maate“ in Vallstedt, sieht sich nicht als Nutznießer der Fällungen. „Die Bäume standen auf der anderen Straßenseite, unser Grundstück war nicht betroffen. Die Anlieger waren alle dafür, dass die Bäume gefällt werden. Sie sind auf mich mit dieser Bitte zugekommen“, betont er. Er habe im Namen der CDU den Antrag gestellt, die Bäume zu fällen. „Bei der Ortsratssitzung waren zwei Drittel der Anlieger anwesend und haben den Antrag unterstützt. Der Beschluss des Ortsrates, die Bäume zu fällen, ist einstimmig erfolgt. Wir haben dieses Thema seit mehreren Jahren auf dem Tisch. Ich habe mich für die Anwohner eingesetzt“, erklärt Kaller. Die Kritik der Grünen daran könne er nicht nachvollziehen.

Von Mirja Polreich

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