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Lengede/Vechelde/Wendeburg Am 10. April 1945 kam es in Broistedt noch einmal zu schweren Kämpfen
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Am 10. April 1945 kam es in Broistedt noch einmal zu schweren Kämpfen
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22:16 07.05.2018
30 alliierte Kriegsgefangene wurden am 10. April 1945 in Woltwiesche befreit. Das Arbeitskommando setzte sich vor allem aus französischen und belgischen Kriegsgefangenen zusammen. Quelle: Chronik Woltwiesche
Lengede

Mit der Veranstaltung wollten die Ortsheimatpfleger von Lengede, Woltwiesche, Klein Lafferde, Broistedt und Barbecke an den Einmarsch der Amerikaner vor 73 Jahren erinnern.

Nach Begrüßung der rund 100 Zuhörer durch Bürgermeisterin Maren Wegener und einer Einführung durch Walter Künnecke, Ortsheimatpfleger in Woltwiesche, kam Karl-Heinz Heineke mit seinem Vortrag zum Zuge. Wie Künnecke ausführte, ging vor 73 Jahren der Zweite Weltkrieg zu Ende. Obwohl die militärische Lage seit dem Sommer 1944 hoffnungslos war, kämpfte die Wehrmacht verbissen weiter.

Das Foto zeigt Amerikaner, die am 11. April 1945 von Lengede aus zum Stichkanal Salzgitter bei Nortenhof (Schleusenanlage) in Marsch gesetzt wurden. Sie sind hier in Bodenstedt zu sehen. Es gelang ihnen, den Kampfkommandanten von Braunschweig, Generalleutnant Karl Veith, am Schöppenstedter Turm gefangen zu nehmen.  Quelle: Karl-Heinz Heineke/US Nationalarchiv

Am 10. April 1945 wurde der Raum Lengede zum Kampfgebiet. Was in der Region geschah, hat Heineke in minutiöser Kleinarbeit erforscht und den Zuhörern erläutert. Er hat dazu nicht nur Zeitzeugen befragt und Chroniken ausgewertet, sondern auch die USA und Großbritannien besucht, um Einblick in die Akten der Militärarchive gewinnen zu können.

Militärlazarett mit 125 Patienten

Wie Heineke berichtete, befand sich in Lengede ein Militärlazarett mit 125 Patienten, darunter auch Friedrich Bollmann und Albert Voges aus Klein Lafferde. Während Voges ins Lazarett in Peine verlegt werden musste, kam Bollmann bald ins Kriegsgefangenenlager nach Rheinberg. Wenige Monate später wurde er von den Briten aus dem Kriegsgefangenenlager in die Landwirtschaft entlassen.

Das Lengeder Lazarett wurde geräumt, weil man Platz für die befreiten und zum Teil schwerkranken Zwangsarbeiter aus dem Raum Salzgitter benötigte. Im Bereich der „Reichswerke“ wurden über 50 000 „Displaced Persons“ und mehr als 5000 alliierte Kriegsgefangene befreit.

Lengede gegen Mittag den Amerikanern übergeben

Lengede wurde am 10. April 1945 gegen Mittag von Bürgermeister Klauenberg und dem Beigeordneten Pipo den amerikanischen Truppen übergeben. Weitere Lazarette außerhalb von Lengede waren noch in der Stadt Peine, Klein und Groß Bülten sowie in Adenstedt gelegen.

Während Lengede, Klein Lafferde, Barbecke und Woltwiesche kampflos übergeben wurden, kam es in Broistedt am 10. April noch einmal zu schweren Kämpfen.

Nachdem die Spitze der 2. amerikanischen Panzerdivision die Brücke über die Kleine Fuhse erreicht hatte, setzte von deutscher Seite schweres Artilleriefeuer ein. Auch Angehörige der SS-Junkerschule hatten sich in der Nähe der Brücke verschanzt und leisteten anfänglich Widerstand.

Karl Schierding, der mit Arbeitskollegen vom Schacht kam, konnte durch beherztes Eingreifen verhindern, dass sich die Kämpfe ausweiteten. Schierding wurde durch eine Maschinengewehr-Garbe schwer verletzt. Hätten die Amerikaner ihn nicht ins US-Lazarett nach Hameln gebracht, wäre er vermutlich verblutet.

Schwere Kämpfe an der Fuhse

Erst nachdem die deutschen Flakgeschütze bekämpft worden waren, konnten die Amerikaner ihren Vormarsch in Richtung Elbe fortsetzen. Für die Amerikaner waren die Kämpfe an der Fuhse und bei Salzgitter die schwersten nach dem Rheinübergang der 9. US-Armee bei Wesel.

Auch zwischen Klein Lafferde und Bodenstedt wurden die vordersten vorrückenden Einheiten der 30. amerikanischen Infanteriedivision von deutscher Flak beschossen. Das Haus von Sattler Heinemann wurde am Schornstein beschädigt. Hier konnten die Alliierten zunächst ebenfalls nicht weiter in Richtung Nortenhof-Üfingen vorrücken, weil sie von deutschen Truppen beschossen wurden.

Die Verhandlungen der Amerikaner mit dem Kampfkommandanten von Braunschweig, Generalleutnant Karl Veith, scheiterten zunächst, weil dieser die Amerikaner hinhielt und darauf bedacht war, Zeit zu gewinnen. So kam es um Braunschweig zu weiteren Kämpfen und Kriegsschäden, bis die Stadt endgültig übergeben werden konnte. Glücklicher lief es für Peine, da die Stadt den Alliierten kampflos übergeben wurde.

Bürgermeisterin Maren Wegener begrüßt die zahlreichen Gäste im Bürgerhaus der Gemeinde Lengede zum Vortrag. Auf Einladung der Gemeinde Lengede und deren Ortsheimatpfleger trug Oberstleutnant a. D. Karl-Heinz Heineke im Bürgerhaus über das Kriegsende im Raum Lengede vor. Quelle: privat

Heineke lieferte ein anschauliches und detailliertes Bild von den Ereignissen im April 1945 und fesselte die Aufmerksamkeit der Zuhörer bis zum Ende seines Referates. Er verstand es, die Zuhörer mit neuen Erkenntnissen zu überraschen. Dabei halfen authentische Film- und Fotodokumente“, erklärte der Woltwiescher Ortsheimatpfleger Künnecke.

Zur Person

Oberstleutnant a.D. Karl-Heinz Heineke studierte von 1979 bis 1982 an der damaligen Hochschule der Bundeswehr Hamburg Pädagogik. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Offizier hat er verschiedene Führungs- und Stabsverwendungen in der Panzertruppe und in höheren Kommandobehörden durchlaufen.

Seit seiner Versetzung in den Ruhestand befasst er sich mit Themen der Regionalgeschichte. Ein Untersuchungsschwerpunkt ist das Kriegsende 1945 im Raum Hildesheim-Peine. Mit seinem jüngsten Buch „Flown from Hildesheim“ schlägt er ein bislang unbekanntes Kapitel des Hildesheimer Flugplatzes auf. „Flown from Hildesheim. Vom Air Evacuation Center der 9. US-Armee zu den Britischen Tofrek Barracks in Hildesheim“ hat 112 Seiten und ist unter der ISBN 978-3-067-8829-7 erhältlich. Der Preis beträgt 14,95 Euro.

Von Jan Temann

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