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Lengede/Vechelde/Wendeburg Als „Klavier-Besaiter“ zu landesweitem Ruhm
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Als „Klavier-Besaiter“ zu landesweitem Ruhm
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08:07 30.06.2009
In 50 Jahren hat sich das Haus von Hannelore und Walter Vogel sehr verändert. Kurz nach der Fertigstellung steht der kleine Bau in einer kargen Landschaft. Heute strahlt das Paar stolz im gut gepflegten Garten vor dem Anbau mit Terrasse. Quelle: mg

Wendeburg-Harvesse. Geladen ist jeweils in die vier Wände des Paares. Denn diese sind dem Jubilar und seiner Gattin heilig. Schließlich war ihr Haus das erste, das in der Siedlung erbaut wurde. Zwischen Kirschenplantagen und Spargelfeldern machten sich Hannelore und Walter Vogel im August 1958 an die Arbeit. Unterstützung erhielten sie von Verwandten, denn vieles musste per Hand gemacht werden. „Bagger oder Betonmischer hatten wir damals nicht. Die Erde mussten wir mit einer Karre wegbringen“, erinnert sich Walter Vogel an die mühselige Zeit.

Dennoch konnte das Ehepaar gemeinsam mit Tochter Bärbel nur knapp ein Jahr nach dem ersten Spatenstich einziehen – am 30. Juni 1959, Walter Vogels 30. Geburtstag. Damals beinhaltete das Haus acht Zimmer auf zwei Etagen, zudem einen Keller. Das hat sich mittlerweile geändert: Neben dem kleinen Garten mit Blumenbeeten, Rasenfläche und Teich nimmt das Haus den Großteil des 1250 Quadratmeter großen Grundstücks ein. Nach und nach bauten die Vogels an; zunächst eine Garage, dann ein Schwimmbad, zuletzt ein Carport.

„Wann immer wir Geld hatten, haben wir etwas angebaut“, lacht Hannelore Vogel und weist auf die neuen Räumlichkeiten, in denen heute und Sonnabend die Gäste an den aufgereihten Tischen speisen werden. Zeit für Urlaub blieb da weniger. „Wir waren nur zweimal zelten, in Grömitz und auf dem Campingplatz in Meißendorf“, unterstreicht Walter Vogel.

Die Ferne vermissen sie nicht. Einmal allerdings war Walter Vogel in seiner Jugend weit von zu Hause weg – als Kriegsgefangenen brachten die Alliierten ihn 1945 über Belgien nach Frankreich. Nur einen Tag nach seiner Freilassung meldete Vogel sich wieder beim Arbeitsamt. Mit 16 Jahren machte er seine Gesellenprüfung als Schuhmacher.

Lange blieb er diesem Berufszweig jedoch nicht treu. Seine Frau brachte ihn 1969 bei der Braunschweiger Firma Schimmel Pianos ins Gespräch. Hier schnitt sie bis zu ihrer zweiten Schwangerschaft mit Sohn Maik im darauf folgenden Jahr Klavier-Tasten zu. Walter Vogel zog bis zu seiner Pensionierung vor 17 Jahren Klavier-Saiten auf und erlangte durch diese Arbeit landesweite Berühmtheit. „Ich tauchte in der Werbung unseres Arbeitgebers auf. Auch auf Plakaten in der Stadthalle war ich abgebildet“, sagt der zweifache Großvater.

Und auch in Harvesse und Umgebung sind die Vogels bekannt. Im mittlerweile einer Wohnung gewichenen Schwimmbad stiegen zahlreiche Feten, das Zweidorfer Schützenfest besuchen sie auch im Rentenalter jedes Jahr. Seit Februar sind Hannelore und Walter Vogel Urgroßeltern, zu Hause hält sie der 15 Jahre alte Dackel Birko auf Trab.

Auch für ihn ist heute ein besonderer Tag, denn zwei Jubiläen auf einen Schlag erlebt nicht jeder Vierbeiner. Besonders groß ist die Vorfreude beim Herrn des Hauses, der dem 30. Juni 2009 seit Monaten entgegenfiebert. Deshalb überlässt er nichts dem Zufall, das Festmahl wird geliefert. „Es gibt Spanferkel“, verrät der Jubilar.

Marcus Giebel

Kein Prozess im Fall der vor knapp 13 Jahren getöteten 18-jährigen Yasmin Stieler aus Uelzen. Dem Oberlandesgericht Braunschweig reichen die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Indizien nicht aus, um ein Hauptverfahren gegen den 42-jährigen Beschuldigten aus Vechelde zu eröffnen.

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Der Fall der vor fast 13 Jahren getöteten Schülerin Yasmin Stieler harrt weiter seiner Aufklärung. Das Oberlandesgericht Braunschweig (OLG) hat sofortige Beschwerden der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger gegen den Nichteröffnungsbeschluss des Landgerichts vom März verworfen, wie ein Sprecher des OLG am Montag mitteilte. Damit bleibt es bei der Entscheidung des Landgerichts, kein Hauptverfahren gegen den Angeschuldigten zu eröffnen.

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