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500 Mal den Gipfel gestürmt

Brocken 500 Mal den Gipfel gestürmt

Das ist der Gipfel. Aus schönstem Sommerwetter wird Sturm, Regen und Nebel: „Typisches Brockenwetter eben“, sagt Winfried Rasp. Der Zweidorfer hat es geschafft, wieder einmal. Zum 500. Mal ist er auf den Brocken im Harz gewandert. Gefeiert wurde nicht nur sein Wanderjubiläum, sondern auch sein 66. Geburtstag.

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Winfried Rasp (2. von links, kniend) mit seinen Wanderfreunden.

Quelle: privat

Wendeburg-Zweidorf . Ob tief verschneite Bäume, blühende Wiesen im Sonnenschein oder Sturm: „Wir sind jedes Wetter auf dem Brocken gewöhnt“, sagt Winfried Rasp. Zum 500. Mal hat der Zweidorfer den Brocken im Harz erwandert, begleitet von Familienmitgliedern, Freunden und Gleichgesinnten. Das Wandern fasziniert ihn seit seiner Kindheit. Als er 1965 aus beruflichen Gründen nach Braunschweig zog, trat er dem Alpenverein bei. „Alle 14 Tage wanderte die Gruppe im Harz“, erinnert er sich. Doch den Brocken sah Rasp immer nur von Weitem. „Er gehörte zum Ostblock und war damit nicht zugänglich.“

Zur Zeit der sowjetischen Besatzung wurde der Brocken zum Sperrgebiet erklärt. Er fungierte fortan als Horchposten der Staatssicherheit. DDR-Staatsoberhaupt Walter Ulbricht ließ um die Brockenkuppe eine mehr als drei Meter hohe Mauer bauen, inklusive Stacheldraht.

Das änderte sich erst am 3. Dezember 1989 als die innerdeutsche Grenze auch auf dem Brocken fiel. „Dieses Ereignis wird jedes Jahr mit einer Sternwanderung und einer Rede am Gedenkstein gefeiert“, erklärt Rasp, für den die Begegnung zwischen Ost- und Westdeutschen zur Faszination des Berges gehört. Er selbst wanderte am 7. Januar 1990 zum ersten Mal in Begleitung seiner Familie auf den Brocken. Nachdem die erste Begeisterung abgeflaut war, fand Rasp einen neuen Ansporn, möglichst oft den Berg zu erwandern: Den Brocken-Pass, in dem jeder Aufstieg mit einem Stempel belegt wird.

Von so gut wie jedem Startpunkt hat Winfried Rasp den Brocken überquert. Nicht nur zu Fuß, auch mit dem Fahrrad ist der Zweidorfer unterwegs. Sogar im Führerstand der Harzer Schmalspurbahn, die in neunzig Minuten hinauf zum Gipfel stampft, ist Rasp mitgefahren, und einmal ist er mit dem Flugzeug über dem Brocken gekreist. Doch das sind Ausnahmen. Denn der Zweidorfer schätzt die sportliche Betätigung – beim Harzer Gebirgslauf hat er ebenso teilgenommen, wie am Wernigerode Marathon – und die Begegnung mit Gleichgesinnten. Beim Brockenstammtisch „Club der Hunderter“, der sich einmal in der Woche beim Brockenwirt trifft, der höchsten Hütte Norddeutschlands direkt am Brockenbahnhof, fühlt er sich heimisch.

Wenn Rasp die 1142 Meter bis zum Gipfel hinaufsteigt, genießt er vor allem die Natur. „Bei gutem Wetter kann man mehr als 100 Kilometer weit, bis zum Thüringer Wald, sehen“, erzählt Rasp. Diese Fernsicht hatte der Zweidorfer bei seinem 500. Brocken-Gang nicht. Vielleicht aber bei einem der nächsten Aufstiege. Denn Rasp will nach wie vor auf den Brocken, dort Silvester feiern und am Ilsenburger Brockenlauf teilnehmen.

Mirja Weber

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