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Zum Schreien komisch, zum Weinen anrührend

Alte Stellmacherei Zum Schreien komisch, zum Weinen anrührend

Klingelt ein Bettler an der Tür: „Isch han seit drei Tage´ nix gesse´.“ Der Hausbesitzer: „Ge´, da muscht di halt zwinge.“ Die gut 70 Besucher in der Alten Stellmacherei in Gadenstedt wiehern vor Vergnügen.

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Thomas Rothfuß in der Alten Stellmacherei in seinem Element.

Quelle: wu

Lahstedt-Gadenstedt. Die gut 70 Besucher in der Alten Stellmacherei in Gadenstedt wiehern vor Vergnügen.
Der Sänger und Lyriker Thomas Rothfuß aus Bretten bei Karlsruhe bietet fast drei Stunden derb-subtile Unterhaltung, trägt Heinz Ehrhardt vor, stelzt durch’s Hochdeutsche und „schwätzt und babbelt“ so herrlich badisch drauflos, dass die Gäste vor Lachen schier das Klatschen vergessen.

Neben bekannten Gedichten von Heinz Ehrhardt trägt der 53-Jährige viele eigene lyrische Produkte vor, die sich stilistisch zwar sehr an sein geliebtes Vorbild anlehnen, in ihren Wortspielereien und hintergründigen Pointen aber ganz eigenständig sind.

Rothfuß versteht es aus kleinen Alltäglichkeiten, aus scheinbaren Selbstverständlichkeiten kuriose Schnurren zu drechseln, die den ganz normalen Wahnsinn auf charmante Weise entlarven. Ganz nach dem badischen Motto: „Lebe´ und lebe lasse“.

Zwischendurch greift der weltgereiste Brettener, der zehn Jahre bei dem Volksmusik-Quartett „Die Schäfer“ aktiv war, zur Gitarre und intoniert anrührende Schlager aus den Siebzigern aber auch krachlederne Bänkel-Zoten vom Zupfgeigenhansel, der seine Frau mit dem Dorf-Pfarrer erwischt und den libidinösen Geistlichen mit dem „Arsch voran“ aus dem Fenster wirft.

Überhaupt: Rothfuß bietet dem Publikum ein scheinbar ganz widersprüchliches Programm – mit großer Eindringlichkeit trägt er subtile Poesie vor, gibt den Witze-Erzähler, spielt Schlager und serviert unfassbare landsmannschaftliche Possen aus seiner Heimat, die offenbar von einer zotigen Rivalität zwischen Pfälzern, Schwaben und Badnern geprägt ist.

Dabei bindet der Brettener-Barde das Publikum auf kumpelhaft-mundartliche Weise in das Programm ein, dass sich alle Gäste ganz urgemütlich und heimatliche gefühlt haben. Der Dialekt scheint dem Herzen und vor allem dem Zwerchfell doch näher als das Hochdeutsche.

Rothfuß wurde erst nach einer Reihe von Zugaben vom Publikum entlassen. Ein toller Abend, dem heute noch zwei Konzerte folgen. Mittwoch ist Rothfuß dann in Uetze bei den Landfrauen.

wu

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