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Wilde Rüben: „Da hilft nur Eisen“

PAZ-Serie Teil V Wilde Rüben: „Da hilft nur Eisen“

Die älteren Peiner werden sich vielleicht noch an das Bild vom Landwirt mit der Hacke auf seinem Feld erinnern können. Einige haben vielleicht sogar selbst mit angepackt. Zugegeben, es ist selten, das Bild vom Landwirt mit der Hacke auf seinem Acker. Doch zuweilen ist auch Christian Wohlenberg zu Fuß unterwegs.

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Manchmal muss Landwirt Christian Wohlenberg zu den schweißtreibenden und stupiden Methoden seiner Vorfahren zurückgreifen. Zum Beispiel beim Hacken von Wildrüben.

Quelle: Christian Bierwagen

Kreis Peine. Eines seiner Felder bereitet Landwirt Christian Wohlenberg aus Gadenstedt zurzeit ein wenig Sorge: Ein Rübenacker, auf dem es in einer Ecke viel mehr grünt als an anderen Stellen – und genau das ist das Problem. Dort haben sich Wildrüben breit gemacht.

Mit Chemie ist gegen die Rüben kein Kraut gewachsen. Denn die chemische Keule würde auch die normalen Rüben treffen, die dort fein säuberlich in Reih und Glied stehen. „Da hilft nur Eisen“, sagt Wohlenberg schmunzelnd und greift einen alten Spruch aus dem Ort auf. Die Lösung für sein Problem ist einfach – aber schweißtreibend und stupide: „Wir müssen jede einzelne Pflanze aus der Erde holen“, sagt Wohlenberg und nutzt auch den Fototermin mit der Peiner Allgemeinen Zeitung, um jede kleine Pflanze mit einer eleganten Bewegung aus dem Handgelenk aus der Erde zu rupfen.

Pfusch rächt sich spätestens beim nächsten Rübenanbau bitter, weiß der Landwirt zu berichten. Denn dann verbreiten sich die Wildrüben erneut. Schon eine Pflanze, die stehen bleibt und ihre Samen verstreuen kann, reicht. Denn eine Pflanze hat bis zu 5000 Samen. Und für Nachwuchs sorgen die Wildrüben bereits im ersten Jahr. Im Gegensatz zu den kultivierten Rüben, aus denen später der Zucker geworden wird. Die samen erst im zweiten Jahr aus – zumindest theoretisch. Denn praktisch stehen sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf den Feldern von Christian Wohlenberg.

Ein wenig kann Wohlenberg mit Hackmaschine am Schlepper gegen die wilden Rübenpflanzen vorgehen. Alle kleinen Pflanzen erwischt er aber damit nicht. Da muss er dann von Hand ran. Dabei reicht es aus, wenn die Wurzeln der Rüben nicht mehr im Boden stecken. Letztlich besteht die Gefahr, dass er auf dem Feld keine Rüben mehr anbauen kann. – für etwa 30 Jahr. Denn sobald sich die wilden Rüben über das ganze Feld verteilt haben, ist der Aufwand zu groß, die ganzen unerwünschten Pflanzen mit der Hand aus dem Boden zu ziehen.

Thorsten Pifan

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