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Wenn Rüben Depressionen haben

PAZ-Serie Teil IV: Feldkontrolle Wenn Rüben Depressionen haben

Die Rüben sind gedrillt und müssen jetzt nur noch wachsen. Da könnte Landwirt Christian Wohlenberg aus Gadenstedt eigentlich die Füße hochlegen und den Sonnenschein genießen – und warten, bis die Ernte beginnt. Warum das nicht geht, zeigt ein Besuch auf einem seiner Felder.

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Christian Wohlenberg kontrolliert das Wachstum seiner Rüben

Quelle: cb

Lahstedt-Gadenstedt . Landwirt Christian Wohlenberg ist an diesem Tag mit einem Geländefahrzeug auf den Feldwegen rund um Gadenstedt unterwegs. Er überprüft das Wachstum seiner Rüben auf den Feldern. Das ist durchaus unterschiedlich. Denn die lange Trockenheit hat einigen Beständen schon ein wenig zu schaffen gemacht. „Insgesamt ist die Vegetation der Jahreszeit um etwa eine Woche voraus“, sagt Wohlenberg. Die warmen Tage im April haben das Wachstum der Pflanzen beschleunigt.

Auch der Regen vom Wochenende war hilfreich, wenn er auch den Einsatz eines Pflanzenschutzmittels gegen Pilzbefall beim Getreide notwendig gemacht hat. Dazu werden Rüben drei bis vier Mal mit Mittelchen gegen Unkraut behandelt. Warum das nötig ist, zeigt Wohlenberg auf einem Versuchsfeld, das von der Firma Bayer Crop Science angelegt worden ist.

Vier Parzellen sind auf einem Teil eines Feldes abgesteckt. In einer von ihnen grünt es sehr üppig. „Das ist der Teil, an dem wir gar nicht gespritzt haben“, erklärt Wohlenberg. Das ist die sogenannte Null-Parzelle. Dort sprießt das Unkraut ungehindert. Auf den anderen Teilstücken sind Pflanzenschutzmittel in unterschiedlichen Konzentrationen aufgebracht, um die Effektivität zu vergleichen.

Auffällig ist auch, dass die eigentlichen Rüben auf der Null-Parzelle ein klein wenig größer sind als in den benachbarten Abschnitten. „Das liegt darin, dass die Pflanzen eine sogenannte Wachstums-Depression bekommen“, sagt Wohlenberg. Kurz: Wegen des Stresses, den sie durch den Einsatz des Pflanzenschutzmittels erleiden, wachsen sie für kurze Zeit nicht so schnell.

Auch auf dem großen Feld gleich nebenan stehen Pflanzen unterschiedlicher Größe. „Das hat aber nichts mit dem Einsatz von Pflanzenschutz zu tun“, sagt der Landwirt. Dabei handelt es sich vielmehr um leichte Auflaufprobleme, die durch die Trockenheit ausgelöst worden sind. Die größeren Pflanzen sind gleich nach der Saat aufgelaufen, die kleineren erst nach einem Regenguss. Auffällig sind einige Abschnitte, auf denen sich noch gar nichts tut.

„Dort kann es passiert sein, dass Mäuse sich an den Samen zuschaffen gemacht haben“, sagt Wohlenberg. Mäuse riechen die Samen und wandern die Strecke ab, um einen Samen nach dem anderen zu verspeisen. „Wenn sie dazu wegen der Trockenheit lange genug Zeit haben, kann das großen Schaden anrichten“, sagt Wohlenberg. Doch die ganz kahlen Stellen auf seinen Feldern halten sich in Grenzen und so ist er zuversichtlich, in einigen Monaten eine gute Ernte einzufahren.

Thorsten Pifan

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