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Wenn Leidenschaft auch Leiden schafft

Rittergut Oberg Wenn Leidenschaft auch Leiden schafft

Petrus muss Frauen mögen, denn er ließ sie auf dem Rittergut Oberg nicht im Regen stehen, sondern bescherte ideale Voraussetzungen für den „Frauen lesen für Frauen“-Vorlese-Abend zum Thema Leidenschaft. 230 Frauen, darunter viele mit schicken Hüten, fanden sich in der Reithalle des Guts ein.

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Lasen leidenschaftlich im Oberger Gut (von links): Katrin Fischer, Barbara Prilop, Kirsten Brandes und Jacqueline Smolinski.

Quelle: Christian Bierwagen

Lahstedt-Oberg. Der „Mut zum Hut im öffentlichen Raum in Norddeutschland“, sei ausgesprochen lobenswert, befand Hausherr Horst-Karl Guenther-Luebbers gegenüber den 230 weiblichen Gästen beim „Frauen lesen für Frauen“ im Gut Oberg. Er hatte den Gutspark zum Lustwandeln geöffnet und eröffnete auch den Leseabend in der Reithalle.

Einleitend sprach er über „Tristan und Isolde“ sowie Eilhart von Oberg und „Leidenschaft, die auch Leiden schaffen kann“. Dieses Wortspiel beschäftigte auch die Organisatorinnen des Abends Gabriele Margis, Stefanie Quindel und Gudrun Decker. Sie erzählten über ihre Leidenschaft für Schokolade, Schuhe, Shoppen oder Bridge.

Die Ölsburger Pianistin Kerstin Gartung-Gouda stimmte mit romantischen Melodien ein bevor die sonore Stimme von Hannes Jaenicke einsetzte – „Tango, Poesia“ heißt das Hörbuch. Stimmungswechsel: Das 1958 erschienene „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ von Alan Sillitoe hatte Vorleserin Barbara Prilop ausgewählt. Die Marathonläuferin, die mit viel Leidenschaft ihren ersten New-York-Marathon schaffte, stellt die berührende Geschichte eines 17-jährigen Strafgefangenen vor, der beim Laufen zum Nachdenken kommt, sich dabei frei fühlt, gewinnen will.

Katrin Fischers Passion ist das Schreiben. So ist ihr Werk „Das Schicksalsbuch“ entstanden – 490 Seiten über einen gefeierten Schauspieler, den der Bühnenerfolg aber nicht glücklich macht. Vielmehr gilt sein Interesse einem rätselhaften alten Buch, einem Shakespeare-Sammelband von 1623. Mit derselben Leidenschaft mit der sie schreibt, las die Autorin aus Wedtlenstedt vor. Das kam an.

Jacqueline Smolinski frönte verbal ihrer Leidenschaft fürs Kochen und noch mehr fürs Backen. Sie stellt den Zuhörerinnen den Schokoladenkönig Yves Thuriès vor, den Fernsehköchin Sarah Wiener in ihrem Werk „Meine kulinarische Reise durch Frankreich“ beschreibt – eine Liebeserklärung an Schokoladentorte, Erdbeeren, Mousse, Biskuit, Püree sowie sympathische Franzosen.

Diese Genüsse kann nur noch wahre Fleischeslust toppen, die Museumsmitarbeiterin Kirsten Brandes servierte. Frei nach der Maxime „viele tun’s auch, nur sagen sie es nicht“, las sie Szenen aus dem erotischen Roman „Familiengeheimnisse“ von Mandy Dickinson. Darin verliebt sich Katie in einem französischen Landhaus in einen von zwei attraktiven Männern – lustvoll und liederlich geht es zu, mal lacht das Publikum lauthals, mal ist es mucksmäuschenstill.

So viel erzählte Leidenschaft will jetzt erlebt werden. Cathrin Hissnauer und Stanislaw Hermann, die Norddeutschen Meistern ihrer Klasse 2008, tanzten zum Abschluss leidenschaftlich Tango und gestanden, dass sie dieser Passion täglich mehrere Stunden nachgehen. Emotion ergreift eben.

Birthe Kussroll-Ihle

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