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Wahrhaft luftig und leichter Gitarren-Jazz

Gadenstedt Wahrhaft luftig und leichter Gitarren-Jazz

Sammy Vomàcka wirkt als ob er seine Gitarre ständig zurecht rücken will, zieht ruckartig die Schultern beim Spiel hoch und hebt den Gitarrenhals noch höher, fast senkrecht, wenn er ein Solo spielt.

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Das Sammy Vomàcka Trio.

Quelle: im

Lahstedt-Gadenstedt. Er selbst hat dabei die Ausstrahlung eines erfahrenen Handwerkers, der seinem Tagesgeschäft nachgeht, unterstützt von zwei erheblich jüngeren Gehilfen – Kontrabassist und Schlagzeuger. So viel zum Bild, das sich dem Besucher der Alten Stellmacherei in Gadenstedt beim Konzert des Sammy Vomàcka Trios bot.

Unvergleichlich dagegen der Klang des Trios: Ohne große Ansage, mit einem trockenen „one, two, three, four“ zählt Vomàcka das erste Lied ein. Es ist wirklich wunderbar weich, anregend, swingend – vom ersten Takt an umgibt den Zuschauer eine quirlig-lässige Atmosphäre, hervorgerufen durch den wohlig-wattigen Sound von Vomàckas halbakustischer Gibson, mit der er oft rasend schnelle wie luftige Melodien zaubert, das dumpf-drahtige Zupfen des Kontrabasses von Martin Kapusnik und der Schlagzeug-Sound von Radek Nemejc, der, mit Besen auf der Snare-Drum gespielt, an das Stapfen durch hohen Schnee erinnert. Bei den Zuschauern bewirkt dieses Spiel sofort instinktives Fußwippen und Kopfnicken, auf vielen Gesichtern macht sich ein glückliches Lächeln breit.

Unterbrochen wird die Atmosphäre nur von Sammys amüsanten Ansagen. Wie ein Wasserfall und mit einem tschechischen ‚Klick‘ auf der Zunge erzählt der Gitarrist charmante Anekdoten, zum Beispiel vom großen Jazz-Gitarristen Wes Montgomery, der nur mit dem Daumen zupfte: „Das ist eigentlich unmöglich, aber das wusste er wohl nicht.“ Vomàcka streut kleine Gags ein und übersetzt simultan für seine tschechischen Band-Kollegen: „Wir haben jetzt alles abgesprochen“, sagt er grinsend, „man muss spontan sein.“ Ebenso spontan soll nun ein Bebop folgen: „Yardbird Suite“ von Charlie Parker – ein Klassiker.

Nach Sammys Ansage „und das geht ungefähr so“ – ein Spruch, der den Abend über noch oft zu hören ist, wird der geneigte Hörer sofort wieder in diese gemütlich-fixe Stimmung versetzt. Wieder hat die Musik vom ersten Ton an den Zuschauer erobert – so leicht geht das.
Für Begeisterung bei den knapp 50 Zuschauern sorgen immer wieder die Soli der drei Musiker: Vomàcka, mit dem schon erwähnten hochgezogenen Gitarrenhals und dem Ruck aus der Schulter, wechselt zwischen fingerflinken Läufen und eingängigen oktavierten Melodien, Bassist Martin Kapusnik, weit über den Klangkörper des Basses gelehnt, zupft in den höchsten Tönen und danach Schlagzeuger Radek Nemejc, der sein Spiel mit einer ulkig-sauren Mimik amüsant unterstützt. Für ein Solo legt er sogar die Sticks beiseite und spielt mit den bloßen Händen.

Wirklich hohe und eingängige Kunst, die das Publikum noch während den Stücken, aber vor allem danach mit zufriedenem Applaus belohnte.

sip

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