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Lahstedt Unfallopfer nimmt Entschuldigung an
Kreis Peine Lahstedt Unfallopfer nimmt Entschuldigung an
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23:07 23.07.2009
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Peine. Für den geständigen Angeklagten, der den 76-jährigen Radfahrer aus Solschen vor einem Jahr umgefahren hat, gab es gestern wegen fahrlässiger Körperverletzung elf Monate Gefängnis, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.

Der alte Herr kann nicht mehr gehen, die Beine sind gelähmt, zwei Wachtmeister müssen den 76-Jährigen im Rollstuhl in die zweite Etage des Peiner Amtsgerichts tragen, wo er als Zeuge aussagen soll. Seine Frau kümmert sich rührend um ihn, seine erwachsene Tochter ist mitgekommen, leistet Beistand.

Von einer Sekunde zur anderen hat sich das Leben von Karl-Heinz Bald und seiner Familie im Juli vor einem Jahr verändert. Der Angeklagte kam mit hohem Tempo den Sierßer Weg in Schmedenstedt heruntergefahren und zog immer weiter von der rechten Straßenseite in die Mitte der Fahrbahn und darüber hinaus. Dort kam ihm eine Radfahrergruppe der Seniorensportler aus Solschen entgegen.

Den ersten Freizeitsportler streifte der Stederdorfer, den zweiten fuhr er um: Der 76-Jährige prallte mit dem Kopf auf den Bordstein und erlitt Verletzungen der Nackenwirbel. Der Verursacher versuchte zu flüchten, wurde aber bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. „Er war kaum ansprechbar“, sagte ein Polizeibeamter gestern aus, „ich drang nicht zu ihm durch.“ In Handschellen wurde der Mann zum Streifenwagen gebracht, um in Peine seine Identität zu klären. Plötzlich brach er zusammen, der Notarzt kümmerte sich gleich um ihn.Verdacht auf Drogenmissbrauch.

Haschisch-Genuss gab der Angeklagte zu, auch habe er „ein, zwei Tropfen in Cola“ gemixt getrunken. „Was für Tropfen?“, wollte Richter Stephan Redlin wissen. „Liquid-Ecstasy? K.-o.-Tropfen?“. Der Angeklagte wollte keine genauen Angaben machen. Immerhin: Er gab den von ihm verschuldeten Unfall zu, soweit er sich noch erinnern konnte. Kontakt zum Opfer hatte er seit Juli 2008 allerdings nicht gesucht, auch eine Entschuldigung stand noch aus. „Es tut mir so leid, dass Ihr aktives Leben vorbei ist“, sagte der 24-Jährige, „ich habe mich geschämt, das war nicht gut.“

Karl-Heinz Bald hat sein Wohnmobil verkauft, mit dem er und seine Frau große Touren durch Europa gemacht haben. „Ich komme ja nicht mehr rein“, sagte er, „es ist, als ob meine Beine nicht zu mir gehören.“ 3000 Euro Schmerzensgeld soll der Stederdorfer zahlen. Mehr wird nicht zu holen sein: Der Mann arbeitet bei einer Zeitarbeitsfirma, Vermögen hat er nicht.

Peine. Für den geständigen Angeklagten, der den 76-jährigen Radfahrer aus Solschen vor einem Jahr umgefahren hat, gab es gestern wegen fahrlässiger Körperverletzung elf Monate Gefängnis, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.
Der alte Herr kann nicht mehr gehen, die Beine sind gelähmt, zwei Wachtmeister müssen den 76-Jährigen im Rollstuhl in die zweite Etage des Peiner Amtsgerichts tragen, wo er als Zeuge aussagen soll. Seine Frau kümmert sich rührend um ihn, seine erwachsene Tochter ist mitgekommen, leistet Beistand.
Von einer Sekunde zur anderen hat sich das Leben von Karl-Heinz Bald und seiner Familie im Juli vor einem Jahr verändert. Der Angeklagte kam mit hohem Tempo den Sierßer Weg in Schmedenstedt heruntergefahren und zog immer weiter von der rechten Straßenseite in die Mitte der Fahrbahn und darüber hinaus. Dort kam ihm eine Radfahrergruppe der Seniorensportler aus Solschen entgegen.
Den ersten Freizeitsportler streifte der Stederdorfer, den zweiten fuhr er um: Der 76-Jährige prallte mit dem Kopf auf den Bordstein und erlitt Verletzungen der Nackenwirbel. Der Verursacher versuchte zu flüchten, wurde aber bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. „Er war kaum ansprechbar“, sagte ein Polizeibeamter gestern aus, „ich drang nicht zu ihm durch.“ In Handschellen wurde der Mann zum Streifenwagen gebracht, um in Peine seine Identität zu klären. Plötzlich brach er zusammen, der Notarzt kümmerte sich gleich um ihn. Verdacht auf Drogenmissbrauch.
Haschisch-Genuss gab der Angeklagte zu, auch habe er „ein, zwei Tropfen in Cola“ gemixt getrunken. „Was für Tropfen?“, wollte Richter Stephan Redlin wissen. „Liquid-Ecstasy? K.-o.-Tropfen?“. Der Angeklagte wollte keine genauen Angaben machen. Immerhin: Er gab den von ihm verschuldeten Unfall zu, soweit er sich noch erinnern konnte. Kontakt zum Opfer hatte er seit Juli 2008 allerdings nicht gesucht, auch eine Entschuldigung stand noch aus. „Es tut mir so leid, dass Ihr aktives Leben vorbei ist“, sagte der 24-Jährige, „ich habe mich geschämt, das war nicht gut.“
Karl-Heinz Bald hat sein Wohnmobil verkauft, mit dem er und seine Frau große Touren durch Europa gemacht haben. „Ich komme ja nicht mehr rein“, sagte er, „es ist, als ob meine Beine nicht zu mir gehören.“ 3000 Euro Schmerzensgeld soll der Stederdorfer zahlen. Mehr wird nicht zu holen sein: Der Mann arbeitet bei einer Zeitarbeitsfirma, Vermögen hat er nicht.

Michael Schröder

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