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Stallmagd für einen Vormittag

Oberg Stallmagd für einen Vormittag

Die Kunst des bäuerlichen Daseins interessiert nicht nur die Betroffenen selbst sondern zuweilen sogar Menschen in Metropolen.

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Voller Einsatz: Die Großstädterin melkt eine Kuh.

Quelle: rb

Oberg . So auch die 46-jährige Carmela Krause aus Berlin, die beim Wandern in bayerischen Urlaubsregionen ihre Zuneigung zum Milchvieh entdeckte. Über zufällige Kontakte kam kürzlich eine Verbindung nach Oberg ins Peiner Land zustande.

Als den dortigen Gastgebern der Wunsch der Großstädterin zu Ohren kam, einmal eine Kuh melken zu dürfen, zögerten diese nicht lange. Der Ilseder Gartenbau-Ingenieur Peter Cramm vermittelte die Berliner Finanzbehörden-Angestellte an den Vöhrumer Milchvieh-Betrieb Stellfeldt-Heuer. Dort tauschte die Hauptstädterin für einen Vormittag Telefonhörer gegen computergesteuertes Melkzeug ein – und griff sehr beherzt zu.

Der „Duft“ des Kuhstalles störe sie „überhaupt“ nicht, sagt sie, während sie den 31 Kühen und 7 Jungtieren das Frühstück aus Maissilage, Getreide- und Rapsschrot serviert. „Als Vorspeise sozusagen“, präzisiert Hofinhaberin Silke Stellfeld, zwei Mal täglich würden die Tiere mit Grassilage gefüttert.

Die zierliche Berliner Hofpraktikantin wuselt unterdessen in zünftiger Kluft angstfrei und unter Cramms fachkundiger Führung zwischen den Tieren umher, tätschelt der einen über die Nase und spricht eine andere zärtlich an. Je nach Konstitution gebe ein Tier bis zu 40 Liter am Tag, ist zu erfahren, etwa acht Minuten dauere der maschinelle Melkvorgang, manuell würden geübte Melker eine halbe Stunde brauchen.

Inzwischen hat sich die Berliner Milchvieh-Freundin unter Kuh „Heike“ gekauert und versucht, die silikonbewehrten Saugwerkzeuge an den Zitzen anzulegen. Das ist für Ungeübte komplizierter als es aussieht, erfreulicherweise ist Heike von äußerst friedlicher Natur und lässt die ungelenke Handhabung freundlich über sich ergehen. Sieben Kälbern habe die neunjährige Kuh inzwischen das Leben geschenkt und sei eine fleißige Milchproduzentin. Inzwischen hat die Praktikantin das Melkzeug ordnungsgemäß angebracht und beobachtet gespannt den eingebauten Zähler, der wie an einer Tanksäule die abgezapfte Litermenge anzeigt.

In Stellfeldts Betrieb sind fünf „Melkzeuge“ (Wert ca. 2000 Euro pro Stück) in Betrieb, die per Computersteuerung die pulsierenden Melkbewegungen beenden, wenn das Euter leer ist, um Gewebeschäden zu vermeiden. Via Rohrleitung wird die 37 Grad warme Milch in einen Tank gepumpt, auf vier Grad gekühlt und demnächst vom Milchlaster abgeholt.

Heike ist inzwischen „abgemolken“. Wenn sie am Abend um ihre zweite Portion erleichtert wird, erlebt der Besuch aus Berlin schon den zweiten Höhepunkt des Oberg-Besuches: die Weiberfastnacht.

uj

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