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Seeda: Pferdekopfgeige und Zweiton-Gesang

Gadenstedt Seeda: Pferdekopfgeige und Zweiton-Gesang

Nein, sie haben keine Halsschmerzen! Die Musiker der Gruppe „Seeda“ beherrschen außer ihren Instrumenten eine spezielle Gesangstechnik, die sie in ihrer mongolischen Heimat nicht nur erlernt, sondern auch studiert haben. In der Gadenstedter St. Andreas-Kirche waren sie Samstag zu Gast, herzlich begrüßt und enthusiastisch bejubelt.

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Von ganz weit hergekommen: „Seeda“ mit Hackbrett (vorne) und weiteren exotischen Instrumenten.

Quelle: Isabell Massel

Gadenstedt. Es ist die Kombination von Unter- und Obertongesang, wie er seit hunderten von Jahren in der Mongolei gepflegt wird – ausschließlich von Männern übrigens. Die instrumentale Begleitung kommt von der jeweils mit zwei Saiten versehenen Bass- und Pferdekopfgeige, dem 120-saitigen mongolischen Hackbrett und einer Auswahl von traditionellen und modernen Perkussionsinstrumenten.

Was fasziniert, ist diese exotische Art, die Stimmbänder so zu trainieren, dass geradezu furienhafte Kehllaute gleichzeitig mit skalpellhaft scharfen und klaren Obertönen ertönen. Das klingt entfernt nach einem australischen Didgeridoo und ist dem Hörempfinden hiesiger Musikverbraucher sehr gewöhnungsbedürftig.

Dass die Musiker trotzdem oder gerade deswegen so erfolgreich sind, liegt wohl an diesem mitreißenden Groove, dem besonderen Musikgefühl durch Rhythmus, Spannung und Tempo, der durch die Verbindung von orientalischer und mongolischer Musik entsteht. Erstaunlich: Das musikalische Produkt klingt gleichermaßen fremd wie vertraut, berührend und bewegend.

Die Streicher im Dialog mit dem Schlagzeug, der Ritt durch die Steppe, die wilde Jagd, die abwechselt mit meditativer Ruhe. Mal klingt es nach einer Art Heavy Metal auf mongolisch, dann wieder nach Folk-Rock der plötzlich fast in Country übergeht. Apropos Country: In der Konzerpause reichte das St.-Andreas-Männerkochteam einen „Tsuivan“, mongolischen Eintopf, der zünftig über offenem Holzfeuer köchelte.

Anschließend kommt Stimmung auf wie in einer Stadion-Fankurve, zum Schluss Applaus im Stehen und diverse Zugaben.

uj

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