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Lafferder drohen mit Kündigung der Konten

Volksbank Groß Lafferde Lafferder drohen mit Kündigung der Konten

„Ich wünschte, so viel wäre immer beim Ortsrat los“, sagt Groß Lafferdes Bürgermeister Rainer Röcken (CDU) als er die Sitzung vor 80 Zuschauern eröffnet. „Auch wenn der Anlass heute nicht der erfreulichste ist.“ Thema im Ortsrat ist die Schließung der Volksbank-Filiale in der Ortschaft.

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Zankapfel in Groß Lafferde: Die Schließung der Volksbank-Filiale war Thema im Ortsrat und bei den Bürgern.

Quelle: im

Lahstedt-Groß Lafferde. Die Stimmung ist gespannt: Vor Ortsbürgermeister Rainer Röcken (CDU), den anderen Ortsratsmitgliedern sowie Gemeindebürgermeister Klaus Dieter Grimm (parteilos) und weiteren Verwaltungsvertretern sitzen an langen Tischen knapp 80 Groß Lafferder Bürger. Sie sind gekommen, um über den Abzug der Volksbank aus Groß Lafferde zu diskutieren – für die Bürger ein inakzeptabler Schritt der Bank.

Röcken blickt zunächst zurück. Ihn habe die Nachricht völlig unvorbereitet getroffen: „Als ich Ende Februar in der PAZ von der Schließung der Filiale gelesen habe, war das wie ein Schlag vor den Kopf.“ Auf Zurufe der Bürger, warum sich der Ortsrat nicht früher informiert hätte, antwortet er: „Die Volksbank fragt nicht den Ortsrat, ob sie die Filiale zumachen darf.“ Auch ein Gespräch mit dem Bankvorstand sei ohne Erfolg gewesen: „Es geht ihnen um finanzielle Interessen – die Filiale lohnt sich für die Volksbank nicht.“ Den Besuch beim Ortsrat habe der Volksbank-Vorstand abgelehnt.

„Wir vom Ortsrat versuchen alles“, beteuert Röcken. Er habe sich sogar für eine „Geld-Notversorgung“ eingesetzt – einen Geldautomat. Aber auch den habe die Volksbank aus Kostengründen abgelehnt – mit dem Verweis auf die bald entstehende Filiale in Gadenstedt.

Den Bürgern passt diese Antwort nicht, die ohnehin gereizte Stimmung schlägt in hörbaren Unmut um – viele zeigen ihre Ablehnung gegenüber dem Versorgungszentrum in Gadenstedt: „Wir wollen kein Einkaufszentrum“, ruft eine Zuhörerin.
„Es ist bedauerlich, dass die Volksbank nur in wirtschaftlichen Formen denkt“, sagt Grimm, der inzwischen das Wort ergriffen hat. Das Versorgungszentrum in Gadenstedt verteidigt er allerdings: Jahrelang habe man auch Investoren und Händler für ein Zentrum in Groß Lafferde gesucht, die seien im letzten Augenblick abgesprungen. Der Bau in Gadenstedt sei eine letzte Chance für die Gemeinde Lahstedt: „Wenn sich der Gemeinderat dagegen entscheidet, werden die Investoren in die Nachbargemeinden abwandern.“ Für Lahstedt werde ein größeres Projekt dann unmöglich.

In der folgenden Diskussion machen die Bürger ihrem Unmut gegenüber der Volksbank Luft. Vor allem ältere Bürger sehen sich nicht in der Lage, weite Wege zu ihrer Bank zurückzulegen. Aber auch die Angst, die Ortschaft könnte nun wirtschaftlich ausbluten, geht um.

Schnell wird klar: Weder Bürger noch Ortsrat wollen die Schließung hinnehmen. Röcken fasst die gemeinsamen Ideen zusammen: Mit einer Unterschriftenaktion und durch den Besuch der Groß Lafferder Volksbank-Kunden bei einer Vertreterversammlung soll zumindest ein Geldautomat von der Bank gefordert werden. Auch die Kündigung aller Konten im Ort sei denkbar. „Parallel wollen wir uns bemühen, eine andere Bank nach Groß Lafferde zu bekommen“, sagte Röcken. Der Ortsrat soll – ähnlich wie bei dem Protest gegen die Mega-Masten – die Aktionen steuern.

sip

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