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„Gelebtes und Erlebtes“ in der Stellmacherei

Gadenstedt „Gelebtes und Erlebtes“ in der Stellmacherei

„Biographien sind gefährlich!“ So eröffnete die Vorsitzende des Vereins „Frauen lesen für Frauen“, Gabi Margis, die 44. Veranstaltung der Reihe und nannte damit gleich das Thema des Abends. „Interessiert man sich für eine Person und deren Geschichte reichen keine 12 Minuten. Man möchte viel länger erzählen und vorlesen!“

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Lasen in der Stellmacherei vor (v.l.): Ilse Fiene, Hilde Wildmann, Rosemarie Meyne und Antje Hoffmann.

Quelle: im

Gadenstedt.   Zur Einstimmung stellten Gudrun Decker und Gabi Margis ihre Lieblingsbiographien dann trotzdem in einem Schnelldurchgang vor, darunter Hildegard Knef, Romy Schneider, Reinhard Mey, Sting, Balian Buschbaum und Sir Edmund Hillary. Und: „Nicht jede Berühmtheit kann auch gut schreiben!“

Das gelte natürlich nicht für Mascha Kaleko: Die deutschsprachige Lyrikerin wurde von der Gadenstedter Lehrerin Ilse Fiene beleuchtet. Als polnische Jüdin lebte Kaleko (1907 bis 1975) in Deutschland, USA und Israel, wo sie einen Zahnarzt mit einem Gedicht bezahlte. Heute sind ihre Werke Teil des Deutschunterrichts.

Rosemarie Meyne stellte die Autobiographie „Mein Leben“ von Marcel Reich-Ranitzki vor.  Der Literaturkritiker musste lange gebeten werden, bis er seine Erlebnisse niederschrieb. Das Überleben im Warschauer Ghetto und die Flucht mit seiner Frau sind ergreifende Dokumente.

Ein weltberühmter Mann, der das Zeitgeschehen prägt, ist Barack Obama. Die Suche nach seiner Identität als „Schwarzer“ und seinen afrikanischen Wurzeln prägten seine Jugend in Hawaii bei den weißen Großeltern und in Indonesien bei seinem Stiefvater. Hilde Wildmann aus Abbensen war begeistert vom „Amerikanischen Traum“, den Erinnerungen Obamas, die lange vor seiner Präsidentschaft erschienen.

Auf das Hochland Tibets entführte die Zuhörerinnen am Ende Antje Hoffmann aus Gadenstedt. Eine tibetische Familie flüchtet mit ihren kleinen Kindern über die Berge vor Gewalt und Machtpolitik der Chinesischen Besatzer. Yangzom Brauen (Jahrgang 1980) schreibt in „Eisenvogel“ die Geschichte ihrer Familie nieder, die zugleich die Geschichte Tibets ist. Spannend und bewegend.

rd

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