Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
„Es sind noch andere Standorte möglich“

Ehrenmal Gadenstedt „Es sind noch andere Standorte möglich“

Wird der Bäckerthie als neuer Standort für das Ehrenmal nun „durch die Hintertür“ doch noch mal Thema im Gadenstedter Ortsrat? Gestern wurde bekannt, dass der Vorstand der St.-Andreas-Kirche sein Veto gegen die Umlegung innerhalb des Kirchengrundes einlegen kann.

Lahstedt-Gadenstedt. „Es sind aber noch andere Standorte, zum Beispiel am Brink, möglich“, sagt Walter Dettmer von der Gadenstedter SPD. „Es muss ja nicht zwingend der Bäckerthie sein, auch nach den Argumenten der Unterschriftensammler nicht, die kritisieren, dass das Ehrenmal auf dem Kirchengelände versteckt ist.“ Zudem sei er gespannt auf den nächsten Volkstrauertag: „Kommen dann wirklich die 514 Leute, die ihre Unterschrift gegeben haben zum Ehrenmal? Bislang kommen doch immer nur 10 bis 15 Personen.“

Vielmehr befürchte er aber, dass sich das Gesamtprojekt Krippenbau erheblich verzögert, wenn die Gemeinde das Projekt stoppen muss. Denn dann müsse erneut über einen Standort diskutiert werden: „Es ist ja nicht gleich ein Platz gefunden – außer wir stellen das Ehrenmal erstmal irgendwo an die Ecke.“

Zudem seien zunächst die zusätzlichen Kosten zu prüfen, die eine Umsetzung zum Bäckerthie kosten würde. „Ich gehe davon aus, dass das mindestens 3000 bis 6000 Euro teuer wird“, schätzt der Sozialdemokrat. Genaue Zahlen werden von der Verwaltung bei der nächsten Ortsratssitzung bekannt gegeben.

Nun sei zunächst einmal Abwarten angesagt, sagt Dettmer. Er gehe allerdings eher davon aus, dass die Umsetzung nochmal Thema im Ortsrat oder in anderen Gremien der Gemeinde wird.

Kommentar

Ehrenmal polarisiert

Der Streit ums Ehrenmal in Gadenstedt spitzt sich zu: Lehnt der Kirchenvorstand die Umsetzung des Ehrenmals auf dem Kirchengrund ab – und das ist wahrscheinlich – dann hat die Gadenstedter SPD ein Problem. Die Sozialdemokraten haben beharrlich auf das Argument verwiesen, der Bäckerthie sei durch die Nazi-Aufmärsche politisch gebrandmarkt.

Ein Argument, das zumindest bei 514 Einwohner nicht zog – sie gaben ihre Unterschrift für den Standort Bäckerthie. Inzwischen muss die Partei aufpassen, nicht arrogant und bürgerfern zu wirken, weil sie sich gegenüber den Bedenken von Bürgern nicht offen genug gezeigt hat.

Der CDU-Fraktion kann das Thema hingegen nur recht sein: Sie hat sich in der politischen Diskussion für den Bäckerthie ausgesprochen und damit den Nerv der Menschen getroffen, die das Thema interessiert und die sich nun engagieren. Ihr Argument: Die SPD verschließt sich dem Willen der Bürger.

Doch was ist der Wille der Bürger? Eine Liste von 514 Unterschriften ist gemessen an der Zahl von 1959 wahlberechtigten Gadenstedtern gerade mal ein Viertel. Reicht das als Argument für den Bäckerthie-Standort aus?

Das Thema Ehrenmal polarisiert und spaltet die Ortschaft Gadenstedt. Klar ist, dass eine Entscheidung her muss, die von einer breiten Mehrheit getragen wird, sonst wird der Graben nur noch tiefer. Die Lösung könnte an einem Runden Tisch gefunden werden, an dem Gruppen aller Altersschichten sitzen: etwa der Heimatverein, der Sportverein, die Jugendfeuerwehr, die Kulturschaffenden und nicht zuletzt die Politiker.

Simon Polreich, s.polreich@paz-online.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Gadenstedt
Das Ehrenmal muss weichen, damit die Kinderkrippe neben den Kindergarten gebaut werden kann

Bevor der Ortsrat einen neuen Standort bestimmen kann, muss die Frage des Denkmalschutzes geklärt werden

mehr
Mehr aus Lahstedt

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

09d9fea8-cea9-11e7-85d4-3caaf6b0da6d
Peiner Wirtschaftsspiegel bei Baustoff Brandes präsentiert

Rund 100 geladene Gäste aus Wirtschaft und Politik nahmen in den Räumlichkeiten des Unternehmens Baustoff Brandes an der Vorstellung des Peiner Wirtschaftsspiegels teil.

Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr