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Lahstedt „Es sind noch andere Standorte möglich“
Kreis Peine Lahstedt „Es sind noch andere Standorte möglich“
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23:54 15.10.2009
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Lahstedt-Gadenstedt. „Es sind aber noch andere Standorte, zum Beispiel am Brink, möglich“, sagt Walter Dettmer von der Gadenstedter SPD. „Es muss ja nicht zwingend der Bäckerthie sein, auch nach den Argumenten der Unterschriftensammler nicht, die kritisieren, dass das Ehrenmal auf dem Kirchengelände versteckt ist.“ Zudem sei er gespannt auf den nächsten Volkstrauertag: „Kommen dann wirklich die 514 Leute, die ihre Unterschrift gegeben haben zum Ehrenmal? Bislang kommen doch immer nur 10 bis 15 Personen.“

Vielmehr befürchte er aber, dass sich das Gesamtprojekt Krippenbau erheblich verzögert, wenn die Gemeinde das Projekt stoppen muss. Denn dann müsse erneut über einen Standort diskutiert werden: „Es ist ja nicht gleich ein Platz gefunden – außer wir stellen das Ehrenmal erstmal irgendwo an die Ecke.“

Zudem seien zunächst die zusätzlichen Kosten zu prüfen, die eine Umsetzung zum Bäckerthie kosten würde. „Ich gehe davon aus, dass das mindestens 3000 bis 6000 Euro teuer wird“, schätzt der Sozialdemokrat. Genaue Zahlen werden von der Verwaltung bei der nächsten Ortsratssitzung bekannt gegeben.

Nun sei zunächst einmal Abwarten angesagt, sagt Dettmer. Er gehe allerdings eher davon aus, dass die Umsetzung nochmal Thema im Ortsrat oder in anderen Gremien der Gemeinde wird.

Kommentar

Ehrenmal polarisiert

Der Streit ums Ehrenmal in Gadenstedt spitzt sich zu: Lehnt der Kirchenvorstand die Umsetzung des Ehrenmals auf dem Kirchengrund ab – und das ist wahrscheinlich – dann hat die Gadenstedter SPD ein Problem. Die Sozialdemokraten haben beharrlich auf das Argument verwiesen, der Bäckerthie sei durch die Nazi-Aufmärsche politisch gebrandmarkt.

Ein Argument, das zumindest bei 514 Einwohner nicht zog – sie gaben ihre Unterschrift für den Standort Bäckerthie. Inzwischen muss die Partei aufpassen, nicht arrogant und bürgerfern zu wirken, weil sie sich gegenüber den Bedenken von Bürgern nicht offen genug gezeigt hat.

Der CDU-Fraktion kann das Thema hingegen nur recht sein: Sie hat sich in der politischen Diskussion für den Bäckerthie ausgesprochen und damit den Nerv der Menschen getroffen, die das Thema interessiert und die sich nun engagieren. Ihr Argument: Die SPD verschließt sich dem Willen der Bürger.

Doch was ist der Wille der Bürger? Eine Liste von 514 Unterschriften ist gemessen an der Zahl von 1959 wahlberechtigten Gadenstedtern gerade mal ein Viertel. Reicht das als Argument für den Bäckerthie-Standort aus?

Das Thema Ehrenmal polarisiert und spaltet die Ortschaft Gadenstedt. Klar ist, dass eine Entscheidung her muss, die von einer breiten Mehrheit getragen wird, sonst wird der Graben nur noch tiefer. Die Lösung könnte an einem Runden Tisch gefunden werden, an dem Gruppen aller Altersschichten sitzen: etwa der Heimatverein, der Sportverein, die Jugendfeuerwehr, die Kulturschaffenden und nicht zuletzt die Politiker.

Simon Polreich, s.polreich@paz-online.de

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