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Der Seelsorger vom Lebkuchenherzen-Stand

Peiner Eulenmarkt Der Seelsorger vom Lebkuchenherzen-Stand

Dieser Mann führt im wahrsten Sinne des Wortes ein süßes Leben. Fritz Laubinger aus Gadenstedt verkauft seit 60 Jahren Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen und kandierte Früchte auf Schützen- und Volksfesten in ganz Norddeutschland.

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Fritz Laubinger mit seinem „Mandelwagen“ beim Lafferder Markt: Seit sechs Jahrzehnten verkauft er Süßigkeiten – es ist sein Traumberuf.

Quelle: Archiv

Lahstedt-Gadenstedt. Das Geschäft mit den süßen Sachen hat der Gadenstedter Fritz Laubinger, der auf den Stadtfesten und Jahrmärkten der Region zu Hause ist, inzwischen offiziell seiner Tochter Rebecca übergeben. Doch das hindert den 76-Jährigen nicht daran, auch am Wochenende beim Eulenmarkt in Peine wieder mit dabei zu sein.

„Diesmal probieren wir mal was ganz neues aus – einen Schmalzkuchen-Stand“, sagt Laubinger und lacht. Neben ihm und seiner Tochter sind auf dem Eulenmarkt auch zwei seiner fünf Söhne mit Ständen vertreten. Die Laubingers sind eine echte Schausteller-Familie. Schon Fritz Laubingers Eltern, die aus Hannover stammen, übten diesen Beruf aus. Sie betrieben eine Schießbude, in der er als Kind mithalf. „Über die Jahre habe ich so ziemlich jedes kleine Dorf und jede Stadt in Norddeutschland kennen gelernt“, erzählt Laubinger.

„Immer mit Menschen zu tun“

Obwohl es immer viel Arbeit gibt und die ständigen Reisen anstrengend sind, spricht der 76-Jährige von seinem Traumberuf. „Man hat immer mit Menschen zu tun. Das ist das Schöne daran“, sagt Laubinger, der für viele Stammkunden auch so etwas wie ein Seelsorger geworden ist. „Oft kommen die Leute zu mir und erzählen von ihren Problemen – und ich höre gern zu.“
Damals, 1950, als sich Laubinger selbständig machte, hatte er selbst große Probleme. „Es war schwierig auf den Plätzen einen Standplatz zu bekommen, da musste man teilweise hart dafür kämpfen.“ Es war aber auch ein Kampf ums wirtschaftliche Überleben. Seinen ersten Süßigkeitenwagen kaufte er einem älteren Ehepaar in Winsen für 2500 Mark ab. „Das war damals richtig viel Geld“, erinnert sich Laubinger.

Mit den Jahren wuchs nicht nur der Betrieb – unter anderem wurde ein Karussell angeschafft –, sondern auch die Familie. Nachdem die Kinder groß waren, machten sie sich wie ihre Eltern als Schausteller selbstständig. Heute arbeitet Fritz Laubinger mit seiner Tochter Hand in Hand, denn ganz ohne ihn geht es eben nicht.

Das Telefon klingelt. Es ist ein Mechaniker, der die Zuckerwatten-Maschine reparieren soll und nicht weiter kommt weil etwas festklebt. „Die musst du mit Essigwasser auskochen“, spricht Laubinger in den Hörer, überlegt kurz und sagt: „Warte, ich komm am besten vorbei und zeig‘s dir.“

In den Jahrzehnten seiner Tätigkeit habe sich vieles verändert, am meisten die Menschen, sagt Laubinger. Das Schaustellergeschäft sei nicht mehr so ertragreich wie früher und vielleicht eine aussterbende Spezies. Er selbst will, solange es gesundheitlich noch geht, weitermachen in seinem Traumberuf. Und auch nach 60 Jahren schmecken ihm seine Süßigkeiten noch. „Ich mag am liebsten Bananen mit Schokoladenüberzug“, sagt Laubinger schmunzelnd.

Michael Lieb

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