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Ilsede „Wildschwein Mutz“: Malen und Schreiben als Erfolgskombination
Kreis Peine Ilsede „Wildschwein Mutz“: Malen und Schreiben als Erfolgskombination
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23:00 08.01.2016
Dagrun von Taube: Nach ihrem Kinderbuch schreibt die Autorin Erinnerungen an ihre Kindheit nieder. Quelle: uj

Dagrun von Taube aus Groß Ilsede erzählt am liebsten wahre Geschichten. Meist wählt sie dazu Pinsel sowie Farben und schafft so Bilder, die wie Romane wirken. Allerdings scheint sie ein Leben ohne künstlerische Herausforderungen auf anderen unterschiedlichen Gebieten eher zu langweilen. Und so versuchte sie sich vor wenigen Jahren auch als Schriftstellerin - und zwar gleich am besonders kritischen Publikum: am Kinderbuch. „Wildschwein Mutz sucht ein zu Hause“, weil seine Mama Opfer einer Gewehrkugel wurde.

Mit Bravour hat von Taube damals nicht nur ihren Einstieg in den Kosmos der zwischen Buchdeckeln gepressten Seiten, sondern auch auf Anhieb einen Verlag gefunden. Die von der Autorin persönlich großflächig illustrierte Geschichte vom Frischling „Mutz“ und seinen Adoptiv-Rindviechern war besonders im Peiner Land bei Kindern und solchen, die es bleiben wollten, über die Maßen beliebt.

„Meine Autorenschaft entwickelte sich aus der Malerei“, erzählt die in Posen geborene Künstlerin, die ihre Kindheit oft auf der Flucht und an temporären Aufenthaltsorten verbracht hat. Als sie nach dem Krieg mit Mutter und kleinem Bruder zunächst in Berlin-Falkensee mit den zeitgleich geflüchteten Großeltern sesshaft wird, lernte sie die Tiergeschichten des ihrer Ansicht nach zu Unrecht längst vergessenen Autors Manfred Kyber kennen, der sie bis heute inspiriert. Überhaupt wirkt sie wie beseelt von ihrer objektiv betrachtet von Unannehmlichkeiten geprägten Kindheit, die sie überraschenderweise gar nicht als negativ empfindet. Im Gegenteil: „Ich war stets behütet und nie allein“, sagt sie und erzählt von der Sicherheit und Geborgenheit, die ihr die Mutter auch in den schwierigsten Situationen vermittelte.

Ob der langstielige Fleischklopfer, den ihre Mutter auf der Flucht als Nahkampfwaffe stets griffbereit an der Hüfte trug und den Von Taube wie eine Trophäe ins Heute gerettet hat, jemals einen Ernstfall erlebt hat, weiß sie zwar nicht. Woran sie sich erinnert, hat sie nun begonnen niederzuschreiben - als biografisch geprägte Friedensbotschaft. Das Schreiben selbst fliege ihr zu. Ihre handschriftlichen Aufzeichnungen über den farbenblinden Großvater, Kindheitserlebnisse mit russischen Soldaten, in Rocksäume eingenähte Schmuckstücke oder das Geheimnis einer vom russischen Zarenhof stammenden Kaminuhr füllen inzwischen viele Blocks und Notizbücher, die sie nach und nach in elektronische Form übertragen lässt.

Spektakulär liest sich ihr rasanter Abschied aus der DDR, wo sie so gerne „das blaue Halstuch der jungen Pioniere getragen“ hätte. Aber Mutters Bedenken: „So lange Dein Vater in russischer Gefangenschaft ist, rufst Du nicht Freundschaft mit den Russen“ spricht sich zu den Sicherheitsorganen herum. Im letzten Moment wird die Familie gewarnt und kann sich in die junge Bundesrepublik absetzen.

Auf spätere väterliche Anordnung bleibt ihr ein Kunststudium versagt. Zunächst arbeitet sie als Kindergärtnerin in einer psychiatrischen Station, bildet sich als Werklehrerin und Beschäftigungstherapeutin weiter. Sie gründet ein Künstlerhaus in Göttingen, unterrichtet Kunst an der Volkshochschule bis sie nach ihrem Umzug im Peiner Land ihre künstlerische Heimat findet. Derzeit gedeihen ihre spannend-authentischen Erzählungen zu einem Konglomerat aus Kindheitserinnerungen und erlebter deutscher Geschichte. Fürwahr lesenswert!

uj

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