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Ilsede Vortrag zur Reformation im Braunschweiger Land
Kreis Peine Ilsede Vortrag zur Reformation im Braunschweiger Land
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17:00 04.08.2017
Der Heimatverein mit seinem Gast Prof. Dr. Gerd Biegel (Mitte).
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Oberg

Mit einem Vortrag zum Thema „ Hurensüchtiger Holofernes von Braunschweig“ faszinierte Professor Dr. Gerd Biegel am Dienstag auf Einladung des Heimatvereins seine Zuhörer auf dem Rittergut in Oberg. Es ging um die Reformation in der Region Braunschweig und die Gegenwehr des katholischen Herzogs Heinrich des Jüngeren, der von 1489 bis 1568 lebte und vehement für den katholischen Glauben eintrat.

Das Publikum lauschte dem einstündigen Vortrag des niedersächsischen Regionalforschers gespannt und hatte am Ende Gelegenheit für einige Fragen an Biegel.

Geschenke gab es für Herrn Biegel auch. Quelle: Tilman Kortenhaus

„Wenn wir die Geschichte nicht erforschen und erhalten, vergessen wir sie“, so Horst-Karl Günther-Lübbers vom Heimatverein, der die langjährige Zusammenarbeit mit Biegel forführen möchte. Dem Heimatverein seien Vorträge wie dieser sehr wichtig, weil die Historie des Ortes dadurch beleuchtet wird.

Biegel berichtete im Verlauf des Abends vom Streit zwischen Luther und dem Herzog, der im Volksmund auch der „wilde Heinz von Wolfenbüttel“ genannt wurde, und von der komplexen Reformationsgeschichte des Landes. „Der reißerische Titel des Vortrags stammt nicht von mir, den erfand Luther selbst für den Herzog“, erklärte Biegel humorvoll. Hauptsächlich sei Heinrich II. an dem langsamen Fortschritt der Reformation in der Region Schuld gewesen, da er sich als einer der letzten katholischen Herzöge konsequent gegen die Ideen Luthers aussprach.

An die strengen katholischen Gesetze habe sich der Adlige selbst jedoch nicht gehalten. Er sei sogar so weit gegangen, den Tod seiner Geliebten Eva von Trott vorzutäuschen, um sie danach neun Jahre lang auf der Staufenburg zu verstecken. Insgesamt zeugte er mit seiner Affäre 10 seiner 21 Kinder, heiratete sie aber selbst nach dem Tod seiner Frau nicht, da sie ihm nicht standesgemäß erschien.

„Er wurde zum meist gehassten und meist verleumdeten Herzog“, berichtete Biegel den interessierten Zuhörern.

Mit starker Rhetorik und lockerer Vortragsweise erklärte er, dass der Herzog den Streit begann, indem er den Lehnsherren von Luther in einer Schrift angriff. Dadurch sei es dann zum „Kampf mit der Feder, nicht mit dem Schwert“ gekommen, den beide über Jahre hinweg austrugen.

Von Tilman Kortenhaus

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