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Ilsede Vor 120 Jahren kam die Elektrizität in den Südkreis
Kreis Peine Ilsede Vor 120 Jahren kam die Elektrizität in den Südkreis
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08:00 13.08.2018
1941: Ganz moderne Ljungstrom Gegenlaufmaschine. Es gab nur acht Stück deutschlandweit. Quelle: MICHAELA GEBAUER
Ilsede

Vor 120 Jahren wurde im Südkreis Peine durch die Ilseder Hütte die Erzeugung der elektrischen Energie eingeführt, zunächst auf der Hütte und dem Peiner Walzwerk. Horst Höppner, ehemaliger Kraftwerksmeister, erinnert an diese Zeit.

Als die Ilseder Hütte gegründet wurde, gab es in dieser Region keine nutzbare Energieversorgung. „Bei der Ilseder Hütte hat man aber sehr früh erkannt, dass man ohne Elektrizität nicht auskommt, und so wurde nach den damals neuesten Erkenntnissen investiert“, berichtet der heute 85-Jährige, der am 8. April 1947 seine Lehre bei der Ilseder Hütte als Reparaturschlosser im Maschinenbetrieb begann.

Schlimmster Alptraum war ein totaler Stromausfall

Ein totaler Stromausfall war der schlimmste Alptraum der Ilseder Hütte. Um diesen auszuschließen – tatsächlich hat es auch niemals einen gegeben – haben sich die Verantwortlichen der Ilseder Hütte auf eine eigene Energieversorgung festgelegt.

Mit dem Bau einer eigenen Kokerei 1870 schaffte die Ilseder Hütte durch die Kokserzeugung und mit dem Prozessgas (Koksgas) die Ausgangsbasis für die Energieerzeugung und -versorgung. Der benötigte Dampf und ab dem 20. Jahrhundert der elektrische Strom konnten in eigenen Anlagen erzeugt werden, ist im Buch „Die Ilseder Hütte – 100 Jahre Industriegeschichte“ nachzulesen.

Elektrisches Licht im Werk brachte Arbeitserleichterung

Man schrieb das Jahr 1898, als drei Doppelkolben-Dampfmaschinen der Firma Möller aufgestellt wurden. Jeder hat eine Leistung von 450 Kilowatt pro Stunde. „1900 wurde eine leistungsstärkere liegende Dampfmaschine der Firma Hanomag installiert. Dadurch steigerte sich die Leistung der Dampfzentrale auf etwas 1300 Kilowatt pro Stunde“, weiß Höppner. Überall im Werk wurde elektrisches Licht mit 110 Volt eingeführt – eine riesige Arbeitserleichterung.

Ab 1930 elektrische Energie im Südkreis

Der Stromverbrauch stieg durch den stetig steigenden Einsatz von Elektro-Motoren im Walzwerk, im Hochofenwerk und in den Erzgruben enorm an. Parallel dazu wurden ständig neue, noch leistungsfähigere Maschinen zur Stromerzeugung angeschafft. Sie machten eine Gas- und Stromversorgung weit über den eigenen Bedarf hinaus möglich, so dass ab 1930 der Peiner Südkreis mit elektrischer Energie versorgt werden konnte.

1941 wurde anstelle der ersten drei kleinen Dampfmaschinen eine damals hochmoderne Dampfturbine „System Löjungström“ aufgestellt, die mittels zweier Generatoren eine Leistung von zweimal 750 Kilowatt pro Stunde brachte.

In den 1960er Jahren wurde das Hochdruck-Kraftwerk gebaut

„Nachdem die Hütte weiter investierte und der Stromverbrauch weiterhin anstieg, wurden 1954 das Vorschaltkraftwerk und in den 1960er Jahren das Hochdruck-Kraftwerk gebaut. Zu der Zeit war die Wirtschaftslage enorm“, erinnert sich Höppner. Nach Fertigstellung der Kraftwerksanlage konnte die Gaszentrale außer Betrieb genommen werden. Allerdings wurde sie zunächst noch in Reserve gestellt. „Doch das Kraftwerk wurde ohne größere Störungen von 1964 bis 1995 betrieben und hat entscheidend zur wirtschaftlichen Energieversorgung der Ilseder Hütte beigetragen“, sagt der ehemalige Kraftwerksmeister nicht ohne Stolz.

Von Kerstin Wosnitza

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