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Urlaub für ein längeres Leben

Ferien in Ilsede Urlaub für ein längeres Leben

Sie sollen sich von den Spätfolgen der Tschernobyl-Katastrophe 1986 erholen und die Ferien in Deutschland verbringen: 34 Kinder aus dem weißrussischen Mogilew sind gestern im Ilseder Rathaus empfangen worden.

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Die Kinder aus Mogilew sowie ihre Betreuer und Gasteltern beim Fototermin mit dem Mogilew-Team und Ilsedes Bürgermeister Wilfried Brandes auf der Rathaustreppe.

Quelle: mu

Ilsede-Groß Ilsede. „Die Kinder in Mogilew leben in einer strahlenbelasteten Region, und man hat festgestellt, dass sie dadurch infektionsgefährdeter und abwehrgeschwächter sind als andere Kinder“, sagt Dr. Hans-Peter Rohne, Leiter des so genannten Mogilew-Teams. „Deshalb kommen die Kinder seit 1991 regelmäßig in unsere Region“, ergänzt die ehemalige Landtagsabgeordnete Rosemarie Tinius, die ebenfalls im Mogilew-Team ist.

Jetzt haben 34 Kinder und drei Betreuer die Reise auf sich genommen, um die Ferien hier zu verbringen. Erstmals sind sie dabei mit dem Flugzeug geflogen, was die Reisezeit deutlich verkürzt hat. Statt der sonst üblichen 30 bis 36 Stunden waren die Kinder zwischen 8 und 14 Jahren lediglich vier Stunden unterwegs.

Anfang des Jahres sah es noch so aus, als ob die Ferienaktion erstmals ausfallen müsse. Die weißrussische Regierung hatte die Bedingungen für Aufenthalte verschärft, weil es in zwei Fällen zu Verzögerungen bei der Rückkehr der Kinder gekommen war. Die deutsche und die weißrussische Seite haben sich jedoch – auch nach Bemühungen des Peiner SPD-Bundestagsabgeordneten Hubertus Heil – auf ein Eckpunkte-Papier geeinigt.

Rohne unterstreicht, dass es wichtig sei, den Kindern den Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen. „Denn es ist medizinisch bewiesen, dass das Infektionsrisiko der Kinder aus Weißrussland, wenn sie vier Wochen bei uns verbracht haben, zurückgeht“. Dies gehe sogar so weit, dass die Lebenswahrscheinlichkeit jener Jungen und Mädchen sich um zwei Jahre verlängere.

Am ersten Tag des Ferienprogramms wurden die Kinder gestern vom Ilseder Bürgermeister Wilfried Brandes (SPD) im Rathaus begrüßt. Er unterstrich die Bedeutung der Mogilew-Aktion und wertete sie als großen Beitrag zur Völkerverständigung. Die Kinder leben nun beinahe einen Monat lang bei ihren Gasteltern und unternehmen verschiedene Ausflüge, bis es am 22. Juli wieder zurück nach Hause geht.

Rohne ist besonders stolz, dass bereits die zweite Generation der Mogilew-Kinder begrüßt werden kann. „Es sind Mädchen und Jungen hier, deren Eltern als Kinder beim Start der Ferienaktion im Jahre 1991 selbst dabei waren“, erzählt Rohne.

mu

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