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Ilsede Strittiges „Hütten-Erbe“
Kreis Peine Ilsede Strittiges „Hütten-Erbe“
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20:27 27.10.2009
Heinz Pflugmacher, Willfried Zarbock und Manfred Vorberg (von links) begutachten die Schalteranlage in der Dampfzentrale. Quelle: sip
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Ilsede-Groß Ilsede. Willfried Zarbock setzt die Kreissäge an. Funken sprühen, während er mit beharrlichen Druck eine Schneise in die Schaltanlage aus den 40er-Jahren sägt. Ein lautes Kreischen hallt durch die Dampfzentrale. Zarbock, Manfred Vorberg und Heinz Pflugmacher vom Förderverein „Haus der Geschichte“ zerlegen zurzeit in dem ehemaligen Industriegebäude der Ilseder Hütte, was sie noch aufbewahren und wollen, bevor die Dampfzentrale im Winter 2009/2010 abgerissen wird.

„Von der Schaltanlage aus wurde Strom verteilt – in die Kokerei, zum Walzwerk und bis nach Lengede“, sagt Manfred Vorberg und blickt auf die graugrüne Wand mit alten Papieranzeigen, Steckern und Hebeln. Einen Großteil der Schaltanlage im oberen Geschoss der Dampfzentrale haben die Vereinsmitglieder schon auseinandergebaut. „Wir wollen das an anderer Stelle wieder aufbauen, am besten in eine Wand integrieren und mit Blinklichtern versehen. So können wir Schülern und allen interessierten Menschen die technischen Gegebenheiten der Ilseder Hütte erklären.“

Eine neue Heimat sollen die Exponate der Hüttengeschichte im Untergeschoss der benachbarten Gebläsehalle bekommen – diesen Wunsch verfolgt der Förderverein zurzeit beharrlich. Beim Planungsverband hat der Förderverein seinen Wunsch bereits formuliert, bislang ohne Erfolg, die nächsten Gespräche sind Anfang November anberaumt.

Teile der Ilseder Politik aber vor allem die Lahstedter Seite des Planungsverbandes, sehen das kritisch: „Es gibt einen Beschluss des Planungsverbandes, dem Förderverein die Umformerstation zur Verfügung zu stellen“, sagt Vorstandsmitglied und SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Tinius. „Ich verstehe nicht, warum der Planungsverbandsvorsitzende Werner Kirschner diesen Beschluss nicht umsetzt, sondern stattdessen Gespräche mit dem Förderverein anberaumt!“ Das durch den Dampfzentralen-Streit lädierte Vertrauensverhältnis, werde dadurch nicht gestärkt – im Gegenteil: „Wenn wir dem Förderverein den unteren Teil der denkmalgeschützten Gebläsehalle überlassen, zahlen wir bald wieder drauf.“ 300000 Euro, schätzt er mit Blick auf die ungeplante Verteuerung der Gebläsehallen-Renovierung, sind für die Herrichtung der Räume notwendig.

Auf das Argument des Vereins, die Umformerstation habe keine Heizung und Sanitäreinrichtungen, sagt er:„Viele Vereine haben klein angefangen. Die Gemeinden können dafür nicht bezahlen.“

sip

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