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„Solange die Hoffnung uns gehört“

PAZ-Lesetipp für Winterabende „Solange die Hoffnung uns gehört“

In Zusammenarbeit mit den Kreisbüchereien des Landkreises Peine veröffentlicht die PAZ in loser Folge Lesetipps für lange Winterabende. Der heutige Beitrag stammt von Katharina Nickel von der Kreisbücherei Ilsede. Sie empfiehlt „Solange die Hoffnung uns gehört“ von Linda Winterberg.

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Katharina Nickel von der Kreisbücherei Ilsede empfiehlt ein Buch über ein Frauenschicksal im Nationalsozialismus.
 

Quelle: Privat

Groß Ilsede.  Zum Inhalt: Die Geschichte beginnt im Jahr 1933 in Frankfurt. Anni ist eine gefeierte Opernsängerin. Sie wohnt mit ihrer Tochter Ruth in Frankfurt. Ihr Leben spielt sich in der Oper ab – Anni auf der Bühne und Ruth in der Garderobe. Beide werden von der Garderobiere Georgina, die eigentlich ein Mann ist und Norbert heißt, umsorgt. Liebevoll nennt er Ruth sein Garderobenmädchen.

Sie könnten ein unbeschwertes Leben führen, aber Anni ist Jüdin. Sie ist zwar konvertiert, aber das zählt nicht mehr. Die Welt verändert sich auf grausame Art und Weise, und Anni bemerkt dies schnell.

Nach und nach verlieren Juden ihre Berufe. Und dann trifft es auch Anni. Mitten in einer Generalprobe wird sie gefeuert. Ruth findet Halt bei ihren besten Freund Walter. Anni dagegen versucht fieberhaft, ein Visum für die Ausreise zu bekommen. Sie scheitert, weil sie zu wenig Geld hat.

Die Zeit verändert Anni und Ruth. Anni, einst gefeierter Star, hat sich in eine „graue, durch die Straßen huschende Maus verwandelt“. Und Ruth wird still und ernst.

Die Situation wird immer unerträglicher. Anni weiß, dass sie handeln muss. Sie schickt Ruth nach England, um ihr ein normales Leben zu ermöglichen. Ruth kommt in England auf eine Schule und trifft dort Walter wieder. Die beiden geben sich Halt. Ruths schauspielerisches Talent wird erkannt und sie erhält die Hauptrollen bei den Schulaufführungen.

Anni hat anfangs noch große Hoffnung, ihrer Tochter bald folgen oder zumindest aus Deutschland reisen zu können. Doch die Hoffnung schwindet, auch der Kontakt zu Ruth wird immer schwieriger, denn der Krieg bricht aus. In dieser Zeit wird sie nicht nur von Georgina begleitet. Unerwartete Hilfe erhält sie auch von ihren Nachbarn, darunter ein Mann von der Gestapo… Kann das auf Dauer wirklich gut gehen? Und sieht sie ihre Tochter jemals wieder?

Dann werden die ersten Juden deportiert. Plötzlich steht Anni selbst auf einer dieser Listen…

Der Roman „Solange die Hoffnung uns gehört“ ist im Aufbau Verlag erschienen. (ISBN 978-3-7466-3289-6, 471 Seiten, 12,99 Euro.)

Das zeichnet das Buch aus

Der Autorin gelingt es, diese düstere und beklemmende Zeit in einen fesselnden Roman zu überführen. „Als Leser leidet man mit den Protagonisten und schließt schnell die Hauptcharaktere ins Herz“, sagt Katharina Nickel. Für ihren Roman hat sich Laura Winterberg alias Nicole Steyer sich von einigen wahren Geschichten inspirieren lassen. Im Nachwort stellt sie Kinder und deren Erlebnisse vor. Dies lässt den Leser noch beklemmender zurück, denn es wird ihm noch einmal deutlich gemacht, was damals alles Schreckliches passiert ist. Emotion pur!

Von Kerstin Wosnitza

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