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Ilsede Richterin: Körperverletzung ist keine „Kabbelei“
Kreis Peine Ilsede Richterin: Körperverletzung ist keine „Kabbelei“
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23:00 22.12.2013
Hier wurde der Fall verhandelt: Das Amtsgericht Peine. Quelle: A
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Das Gericht ahndete dies mit 90 Stunden teilvergüteter sozialer Arbeit für den einen, denn er war bereits einschlägig aufgefallen. Zudem sind beide verpflichtet, an einem Sozialtraining teilzunehmen - und müssen weiterhin ihren Schmerzensgeldzahlungen nachkommen.

Jeweils 1600 Euro stehen den beiden Geschädigten, zwei Studenten im Alter von 23 und 24 Jahren, aus dem bereits vorgenommenen Täter-Opfer-Ausgleich zu - der Preis für eine Platzwunde an der Augenbraue, eine an der Lippe und Gesichtsprellungen bei beiden sowie einen Sprung gegen die Brust, den der Auszubildende gegen den 23-Jährigen unternahm, und zweiwöchige Schmerzen und Beeinträchtigungen.

Diese Beträge zahlen die beiden Ilseder - der eine Schüler, der andere Auszubildender - bereits in pünktlichen Raten zurück, und entschuldigt haben sie sich bei ihren Opfern ebenfalls.

Die hatten die Entschuldigungen angenommen. „Ich hatte schon den Eindruck, dass es ihnen ernst ist“, sagten beide unabhängig voneinander aus.

Ernst war es jedenfalls für die Studenten, als sie in jener verhängnisvollen Nacht den beiden nicht einmal auffallend stark alkoholisierten Ilsedern in der City von Hannover begegneten. Aus anfänglichen Pöbeleien wurden schließlich handfeste Schläge, wobei der eine der beiden Angegriffenen nach dem Tritt zu Boden gegangen war.

Ob es auch in dieser Situation noch zu Schlägen oder sogar Tritten gekommen war, konnten beide Parteien nicht mehr sagen. „Aber das ist keineswegs eine Kabbelei, wie sie es nennen“, sagte die Richterin zu dem Schüler. „Wir wollen hier nichts verharmlosen: Das ist eine handfeste Körperverletzung und nichts weniger - für Erwachsene lautet die Mindeststrafe sechs Monate“, mahnte sie.

hui

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