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Ilsede Querbeet-Benefiz-Konzert für die „Acanthusianer“
Kreis Peine Ilsede Querbeet-Benefiz-Konzert für die „Acanthusianer“
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23:00 04.04.2016
Lena Richers und Michael Tewes spielten auf dem Acanthus-Hof in Klein Ilsede. Quelle: uj
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Die Acanthusianer hatten einen sich erst kürzlich von Tewes und Richers in der Kirche von klassischer Musik betören lassen. So kam es zum Kontakt und zur Verabredung auf dem Hof, und man rückte man mit vielen Gästen im Wohnzimmer der Einrichtung zu einem sehr speziellen Querbeet-Benefiz-Konzert von Klavier (Tewes) und Querflöte (Richers) eng zusammen.

Nun sind die „Acanthusianer“, wie sie sich selbst nennen, ein Publikum, das an Musiker spezielle Ansprüche stellt. Darauf mag Tewes als alter Hase im Konzertgeschäft eingestellt sein und erreichte mit Bachs „Jesus bleibet meine Freude“ nach wenigen Takten jene andachtsvolle Stille, die erst der Applaus durchbricht.

Die Überraschung des Nachmittags allerdings heißt Lena Richers. Die Querflöten-Novizin stellt sich mit ihrem Instrument demnächst ihrer Musik-Abitur-Prüfung und scheint ebenfalls durch nichts zu erschüttern. Sie präsentierte Teile ihres Abitur-Programms erstens mit Klavierbegleitung und zweitens mit erstaunlicher Gelassenheit. Die „Siciliana“ von Giovanni Battista Pergolesi beispielsweise oder das vom Komponisten Jacques Ibert mit spielerischen Gemeinheiten gespickte „La meneuse de tortues d’or“.

Mozarts Sonate Nr. 4 kennt man zwar eher von der Violine, aber Richers lässt es auf ihrer Querflöte trillern, dass es eine Lust ist, und bei der Faurès Pavane riskiert sie zwischendurch sogar einen kurzen Augenaufschlag ins Publikum. Selbst durch das gefühlte Dauer-Blitzlicht der Zuhörer lässt sie sich weder aus dem Takt noch aus der Ruhe bringen. Respekt!

Tewes übrigens wäre kein Musik-Pädagoge, würde er nicht in launigen Wortbeiträgen Anekdötchen über Musiker, Instrumente und Musikrichtungen einfließen lassen. Apropos Musikrichtungen: selbst Heavy-Metal wirkt in Tewes Klavierinterpretation durchaus entspannend. Außerdem hat er Dauerhits beispielsweise von John Lennon oder Eric Clapton parat, die bereits fester Bestandteil dessen sind, was dem Publikum heute allgemein unter dem Begriff „New Classic“ angeboten wird.

Wer während des Konzertes oder in der Pause hingegen auch die „Acanthusianer“ im Blick behält, ist bewegt über deren beglückte Regungen und Anteilnahmen an dem Konzert. Die Musik, so scheint es, hat ihr Innerstes bewegt. Das zu spüren ist übrigens für viele Musiker erfüllender und bewegender, als der lauteste Applaus.

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