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Promillereich ins Partyvergnügen

Abi-Party Promillereich ins Partyvergnügen

Abi-Party in der Ilseder Gebläsehalle: Während viele Besucher noch im heimischen Badezimmer stehen, um sich für den Abend frisch und schön zu machen, sind Polizei-Oberkommissar Rainer Rainer Röcken, Dagmar Hartmann und Martin Weisensee vom Peiner Jugendamt schon unterwegs, um Jugendliche beim „Vorglühen“ aufzuspüren.

Ilsede-Groß Ilsede. „Bist du bekloppt, Alter! Wieso kippst du die Pulle aus?“, empört sich ein modisch gekleideter junger Mann, Chef einer zehnköpfigen Truppe Osteuropäer. Die Jugendlichen begegnen Polizei-Oberkommissar Rainer Röcken mit irritierender Respektlosigkeit. Der Präventionsbeamte der Peiner Polizei ist an diesem Abend mit Dagmar Hartmann und Martin Weisensee vom Peiner Jugendamt unterwegs, um Jugendliche aufzuspüren, die vor dem Besuch der Abi-Party in Groß Ilsede „vorglühen“.

Ähnlich beim Vorglühen zum Starten eines Dieselfahrzeugs, verhält es sich bei einigen 15- bis 25-jährigen Gästen des Abends: Der eigentlichen Feier geht eine Phase kollektiven Warm-Trinkens voraus, die spätere Ausgelassenheit, Feiertauglichkeit oder was auch immer garantieren soll.

„Statistisch trinkt jeder Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren einmal in der Woche Alkohol und hat einmal im Monat voll einen in der Krone. Also: besoffen XL“, sagt Röcken. „Zwar gäbe es gerade in der ländlichen Region genügend Freizeitmöglichkeiten für die jungen Leute. Aber exzessives Trinken ist zu einem Massenphänomen geworden“, sagt Weisensee. Während das Trio seinen Weg fortsetzt, starren die Osteuropäer feindselig in das Auto.

Gewöhnlich treffen sich die Party-Gänger vor Supermärkten oder in nahe gelegenen Parks. Röcken macht den Job in der Präventionsabteilung der Polizei seit zwei Jahren. Vorher ist er 30 Jahre Streife gefahren. Er hat das Gemüt und die notwendige physische Ausstrahlung, dass die Jugendlichen auf ihn hören – zumindest aber Respekt haben. Der schnauzbärtige Polizist ist nicht herrisch, sondern eher bestimmt väterlich – das kommt gut an.

Röcken erleichtert gerade eine 15-Jährige um grellfarbende Spirituosen – die sind erst ab 18 Jahren erlaubt. Dann geht es weiter in den Park. Dort ist eine gut 20-köpfige Gruppe beieinander. Auf der Parkbank reihen sich Eis-Tee Tetrapacks, Biermischgetränke und – Wodka! „Die Jungs trinken Wodka, weil man davon keine Fahne kriegt und gemischt mit Eis-Tee oder Fanta kann man es auch nicht riechen. Außerdem geht Wodka sofort in die Birne“, erklärt Röcken.

Dann fährt Röcken mit seinem Team zur Gebläsehalle. Es ist 21 Uhr und die Halle ist noch leer. Bald darauf füllt sich das Gebäude. Die Veranstalter zählen 1600 Gäste, die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes zwei kleinere Rangeleien – auch rundherum blieb es friedlich.

Björn Wulfes

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