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Ilsede Muss der Kugelwasserturm abgesperrt werden?
Kreis Peine Ilsede Muss der Kugelwasserturm abgesperrt werden?
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07:27 14.10.2014
Der Kugelwasserturm.

„Es wurde festgestellt, dass sich vom Kugelwasserturm bereits kleinere Einzelteile gelöst haben und herabgestürzt sind. Einem Sachverständigengutachten zufolge wird die Gefährdung durch herabfallende Teile zunehmen. Hieraus resultiert eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Personen, die sich innerhalb des Kugelwasserturms oder im nahen Umkreis des Turms aufhalten“, bestätigte Kreis-Pressesprecher Henrik Kühn auf Anfrage. „Im Rahmen der bauordnungsrechtlichen Gefahrenabwehr haben wir deshalb eine Absperrung rund um den Kugelwasserturm und eine Nutzungsuntersagung der dortigen Räume mit einer Fristsetzung zum 24. Oktober verfügt.“

Der Ilseder Bürgermeister Wilfried Brandes (SPD) reagierte mit Unverständnis auf die neuerliche Verfügung. „Das Vorgehen des Landkreises ist so nicht nachvollziehbar“, erklärte der Verwaltungs-Chef. „Wir haben jetzt erst mal Widerspruch eingelegt.“ Man befinde sich in Gesprächen mit der Landesregierung bezüglich einer Übertragung des Turms an eine Stiftung (PAZ berichtete), außerdem gebe es ein noch bis Ende des Jahres gültiges Gutachten zur Standsicherheit des Turmes.

Rückblick: Bereits im März vergangenen Jahres hatte die Kreisverwaltung den einsturzgefährdeten Kugelwasserturm als eine „offensichtliche Gefahr“ bezeichnet und eine Absperrung verfügt, diese nach wochenlangem Hin und Her jedoch zurückgenommen. Wenig später startete als Feldversuch die Laser-Reinigung von Teilen des Industriedenkmals - mit durchaus beachtlichen Ergebnissen. Die wieder aufgenommenen Fusionsverhandlungen zwischen Ilsede und Lahstedt ließen das Thema „Kugelwasserturm“ dann wieder etwas in den Hintergrund treten.

Zuletzt war angedacht, dass die Gemeinden Ilsede und Lahstedt als Besitzer des Kugelwasserturms das Bauwerk der auf dem Hüttengelände aktiven Stiftung „Industriekultur“ übertragen. Das Problem: Die Stiftungsaufsicht des Landes will diesem Plan bisher nicht zustimmen, da bei einer eventuellen Auflösung der Stiftung das Stiftungseigentum dem Land zufallen würde - und einen maroden Wasserturm scheint man im fernen Hannover nicht unbedingt im Portfolio haben zu wollen.

Und wie geht es nach der Absperrungs-Verfügung der Kreisverwaltung und des Einspruchs der Gemeindeverwaltungen nun weiter? „Wir müssen nun zunächst einfach abwarten“, sagt Brandes.