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Lesetipp: Über das Ende des Wilden Westens

Empfehlung von Christina Fröhlich: "Vater und Sohn" Lesetipp: Über das Ende des Wilden Westens

Die langen Winterabende werden gern dazu genutzt, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Für viele Menschen gehört ein gutes Buch dazu. In Zusammenarbeit mit den Kreisbüchereien in den Gemeinden des Landkreises Peine veröffentlicht die PAZ in loser Folge Lesetipps.

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Christina Fröhlich von der Kreisbücherei Groß Ilsede empfiehlt den Roman „Vater und Sohn“.

Groß Ilsede. Der heutige Beitrag stammt von Christina Fröhlich von der Kreisbücherei Groß Ilsede. Sie empfiehlt mit „Vater und Sohn“ von James Lee Burke einen Roman über die Zeit, als der Wilde Westen allmählich Geschichte wurde. Zum Inhalt: Texas, 1918. Der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland ist auf der Suche nach seinem Sohn Ishmael, der als Offizier im Ersten Weltkrieg diente und an der Marne verwundet wurde. Verloren hat er ihn und seine Mutter Ruby Dansen allerdings bereits viele Jahre zuvor, zu Zeiten der mexikanischen Revolution.

Nach Ishmaels Rückkehr von den Schlachtfeldern Flanderns gelingt es dem zwielichtigen österreichischen Waffenhändler Arnold Beckmann mit Hilfe der skrupellosen (Ex-)Ehefrau Hollands, den traumatisierten Soldaten rauschgiftsüchtig zu machen und ihn in seine Gewalt zu bringen. Denn Beckmann hat noch eine alte Rechnung mit Holland offen: Bei einem früheren Aufeinandertreffen der beiden in der mexikanischen Wüste erbeutete Holland nämlich eine geheimnisumwitterte Reliquie von Beckmann, die dieser um jeden Preis wieder in seinen Besitz bringen möchte. Und welche Rolle spielt die mysteriöse Prostituierte Beatrice DeMolay in diesem Spiel?

James Lee Burke, einer der renommiertesten Krimiautoren der USA, erzählt in diesem vor Symbolik strotzenden Roman vom Untergang einer Ära - des Wilden Westens, der Welt von John Wesley Harding (den Hackberry einmal verhaftete), Butch Cassidy und Sundance Kid, die uns - unter anderem - hier auch begegnen. Die charismatische Figur des Hackberry Holland ist voller Fehler, ein Frauenheld, der sich immer wieder in Schwierigkeiten bringt.

Gleichzeitig ist er aber prinzipientreu und ein Ehrenmann. Trotz Intrigen und Verrat hält er an seinen Werten fest, auch wenn dies bedeutet, nicht den einfachen Weg gehen zu können. Doch das neue Jahrhundert hält Einzug und verändert die Welt der Cowboys, Sheriffs und Revolverhelden. Automobile und Telefone beschleunigen das Leben auch in der Provinz, die moderne Waffentechnik führt zu Grausamkeiten vorher nicht gekannten Ausmaßes. Ist dies Land noch ein „Land für alte Männer“?

wos

  • „Vater und Sohn“ von James Lee Burke ist bei Heyne erschienen (ISBN 978-3-453-27088-6), hat 640 Seiten und kostet 17,99 Euro.
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