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Laientheatergruppe soll Probenraum räumen

Groß Lafferde Laientheatergruppe soll Probenraum räumen

Aufregung herrscht derzeit in Groß Lafferde: Im Zuge der Einrichtung eines Ganztagsangebots an der Grundschule gab es im Gebäude räumliche Veränderungen. Davon betroffen ist unter anderem die Laientheatergruppe, die bisher dort einen großen Bodenraum als Atelier, Fundus und für Proben genutzt hat.

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Reinhard Braun, Alfred Cramm, Iris und Rolf Jakobs verstehen nicht, warum die Laientheatergruppe den Raum nicht weiter nutzen darf.

Quelle: Kerstin Wosnitza

Groß Lafferde. „Im April kam für uns völlig unerwartet ein Schreiben von der Gemeinde Ilsede, dass wir ab Mitte Juli den Raum nicht mehr nutzen dürfen. Das können wir nicht nachvollziehen“, sagt Rolf Jakobs.

Die Vorgeschichte ist komplex und nicht einfach nachzuvollziehen. Mindestens seit Mitte der 1970er Jahre standen die Räumlichkeiten dem Heimat- und Kulturverein zur Verfügung. Einst war dort die Heimatstube untergebracht. Als diese vor etwa 15 Jahren in den Wasserturm umzog, hat die dem Heimat- und Kulturverein angegliederte Theatergruppe den Raum übernommen. „Wir haben mehrmals Zeit und Geld investiert, um ihn herzurichten“, erklärt Reinhard Baum.

Ebenfalls betroffen sei der Jugendförderverein Atze. In dessen bisherigem Domizil im ersten Obergeschoss soll künftig die Essensausgabe für die Ganztagskinder erfolgen. Dafür habe man Verständnis.

„In unserem Fall verhält es sich aber anders, denn der Raum wird nicht für die Schule gebraucht, sondern soll künftig leer stehen. Angeblich aus Brandschutzgründen“, sagt Alfred Cramm. Dabei sei man wie in der Vergangenheit bereit, selbst tätig zu werden, um die Auflagen zu erfüllen.

In den Vorjahren war unter anderem eine Fluchttreppe initiiert worden, ohne die die Räume jetzt von der Schule gar nicht nutzbar wären.

Die Laien-Schauspieler kritisieren insbesondere die aus ihrer Sicht mangelnde Gesprächsbereitschaft und den rüden Umgangston, mit dem sie sich konfrontiert sehen.

Besonders ärgerlich sei es, dass die ganze Problematik womöglich aus einem Missverständnis erwachsen sein könnte: „Wir vermuten, dass es eigentlich um den Bodenraum über unserem geht – der ist aber schon seit Jahren leer und damit frei von Brandlasten“, macht Jakobs deutlich.

„Wir sind sehr enttäuscht über die mangelnde Unterstützung und Wertschätzung unseres ehrenamtlichen Engagements. Immerhin gibt es die Theatergruppe schon fast 25 Jahre, und wir würden sehr gern weiter machen“, bedauert Iris Jakobs.

Bürgermeister Otto-Heinz Fründt (SPD) schätzt die Situation völlig anders ein, die Fronten sind verhärtet.

Fründt: „Es gibt keinen Spielraum“

Ilsedes Bürgermeister Otto-Heinz Fründt kann die Haltung der Laienspielgruppe nicht nachvollziehen. „Die Sache ganz klar: Es gab nie ein Recht, den Raum zu nutzen. Die Gruppe hat sich dort eingenistet und hätte schon 2007 raus sein sollen. Offenbar hat man die Sache in der Alt-Gemeinde Lahstedt nicht verfolgt und die Nutzung geduldet“, macht er deutlich. Warum das so war, könne man nicht mehr nachvollziehen.

Die Genehmigung zur Nutzung des Gebäudes als Ganztagsschule sieht vor, dass der Raum brandlastenfrei – also komplett leer – sein müsse. Da gebe es keinen Spielraum, so dass auch kein Kompromiss möglich sei. Einen Alternativ-Raum, den man der Gruppe anbieten könnte, gebe es nicht. Ein Missverständnis bezüglich des betreffenden Raums schließt Fründt aus. Zudem habe es habe sehr wohl Gespräche gegeben.

Er sei erzürnt über die Ignoranz der Theatergruppe bezüglich der Aufforderungen der Gemeinde zur Räumung, werde von seinem Standpunkt nicht abweichen und das Hausrecht der Gemeinde durchsetzen, um die Baugenehmigung für die Ganztagsschule nicht zu gefährden.

Von Kerstin Wosnitza

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