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Kugelwasserturm-Gezerre: Jetzt droht sogar wieder der Abriss!

Ilsede Kugelwasserturm-Gezerre: Jetzt droht sogar wieder der Abriss!

Ilsede. Bei dem Zwist zwischen dem Landkreis Peine und der Gemeinde Ilsede um die von der Kreisverwaltung verfügte „Absperrung des Kugelwasserturms“ (PAZ berichtete gestern) zeichnet sich keine Einigung ab - im Gegenteil.

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Turmspitze: Das Industriedenkmal aus der Vogelperspektive.

Quelle: ilsede.tv

Wegen einer angeblichen Gesundheitsgefährdung durch herabfallende Teile hatte der Landkreis eine Absperrung rund um das sanierungsbedürftige Industriedenkmal angeordnet. Dieser Verfügung hatte die Verwaltung in Ilsede widersprochen - auch um wenigstens ein wenig Zeit zu gewinnen. „Da die Anordnung von Anfang Oktober mit sofortigem Vollzug ergangen ist, entfaltet der Widerspruch durch die Ablehnung dieses Antrages keine aufschiebende Wirkung“, stellte nun Kreis-Pressesprecher Henrik Kühn auf PAZ-Anfrage klar. Die Konsequenz: Der Turm muss zum 24. Oktober abgesperrt, die darunterliegende Trommelakademie geräumt werden. „Ich habe dagegen jedoch Widerspruch eingelegt“, sagt Christoph Hempel von der Trommelakademie. „Dass hier Teile runter geflogen sein sollen, ist völliger Blödsinn.“

Eine Grundlage der Absperrungsverfügung seien laut Kühn ergänzende Stellungnahmen des Büros für Tragwerksplanung „HIG“, das ein Gutachten zur Standsicherheit des Turms erstellt hatte. „Die HIG bescheinigt zwar unter anderem, dass die Standsicherheit des Kugelwasserturms als Ganzes noch gegeben ist, allerdings eine Gefährdung durch herabfallende Einzelteile zunehmen werde“, erläuterte der Pressesprecher. „Das hat uns dazu veranlasst, vorsorglich die Absperrung und Räumung des Gefahrenareals zu verfügen.“

Der Ilseder Bürgermeister Wilfried Brandes konnte die Anordnung des Landkreises auch gestern noch immer nicht nachvollziehen und kündigte weiteren Widerstand an. „Wir werden massiv gegen diese Verfügung vorgehen“, erklärte der Verwaltungs-Chef. Er versprach, auch weiterhin um den Erhalt des Industriedenkmals zu kämpfen, unterstrich jedoch gleichzeitig, dass die Gemeinden kein Geld für eine Sanierung bereitstellen würden. „Einige Turmfreunde haben schon geunkt, dass nach einer Fusion und der Entschuldungshilfe ja Geld da wäre“, sagte Brandes, stellte jedoch klipp und klar fest: „Mit den 12,8 Millionen Euro tragen wir unsere Kassenkredite ab, da bleibt kein Geld für den Kugelwasserturm übrig.“

Brandes hofft nun, dass die Stiftungsaufsicht in Hannover dem Plan zustimmt, dass die Gemeinden Ilsede und Lahstedt als Besitzer des Kugelwasserturms das Bauwerk der Stiftung „Industriekultur“ übertragen.

Doch was passiert eigentlich, wenn dieser Deal abgelehnt wird? „Dann droht ganz klar der Abriss“, sagte Brandes.

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