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Ilsede „In Zinkwannen gewaschen, Tore verfeuert“
Kreis Peine Ilsede „In Zinkwannen gewaschen, Tore verfeuert“
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12:00 17.09.2009
Stolze Solschener auf dem Sportplatz mit einer verschärften Version des bekannten Fritz-Walter-Wetters. Quelle: privat
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Ilsede-Solschen. „Die Jungs hatten zwar einen Raum aber keine Turngeräte. Für Barren und Reck wurde eigens ein Kredit aufgenommen“, erzählt der erste Vorsitzende Reinhold Linse. In den frühen 20-er Jahren kam der Fußball dazu.

„Das war wegen der Hämelerwalder Fußballer“, erinnert sich Joachim Strube, Chef der Herrengymnastik-Abteilung und Fußball-Veteran: „Die machten bei ihren Auswärtsspielen immer Station in der Solschener Kneipe und zischten einige Bier. Lag vielleicht auch daran, dass der Wirt sechs Töchter hatte.“

„Futtern wichtiger als Fußball“

Auf jeden Fall: Ein Ball wurde beschafft und los ging’s. Gekickt wurde auf Wiesen und Weiden. Heimspiele ließ man über den Nachtwächter und Gemeindediener im Ort ausrufen. Ein regulärer Spielbetrieb konnte sich so nicht recht entwickeln und bei einer dramatischen Partie 1923 bolzte ein Spieler den einzigen vereinseigenen Fußball in das offene Seitenfenster eines vorbeifahrenden Automobils – und fort war das runde Leder. „Das Auto und die Pille haben wir nie wieder gesehen“, knurrt Strube belustigt.

1929 starteten die Solschener Fußballer einen zweiten Versuch und 1937 war dann auch der Fußballplatz vor der Grundschule. Während des Zweiten Weltkrieges gab es in Solschen nur eine Jugend- und Schülermannschaft. Aber im Oktober 1945 fand in der Gaststätte Arnemann die erste Vereinsversammlung statt. Fortan nannten sich die Sportler „Sportgemeinschaft Solschen“. Jetzt hatten die Kicker zwar wieder ihren Verein aber keinen Platz mehr.

Der Sportplatz war in Kleingartenparzellen aufgeteilt worden. „Futtern war wichtiger als Fußball. Also marschierten wir wieder auf Schapers Schafweide, steckten den Platz ab und bauten unsere Tore auf“, erklärt Adolf Weiss, zweiter Betreuer der Herrengymnastikgruppe. „Als wir bald darauf zum Training kamen waren die hölzernen Tore und Eckfahnen weg. Die haben die Leute demontiert und verfeuert“, ergänzt Strube.

1948 gab es auf dem Sportplatz wieder Tore statt Tomaten, Freistöße statt Frühkartoffeln. „Umgezogen wurde sich aber im Saal bei Arnemann und dann an der Kirche vorbei zum Sportplatz“, sagt Linse. Immerhin gut 500 Meter. „Hinter dem Saal zum Schlachthaus standen einige Zinkwannen mit kaltem Wasser.

Da haben wir uns später notdürftig den ärgsten Dreck abgewaschen. Duschen gab es nicht“, berichtet Strube. „Und die zweite Herren hat immer zuerst gespielt. Die erste Herren bekam das Dreckswasser“, ergänzt Weiss.

Heute hat die SG-Solschen 510 Mitglieder: drei Herren, eine Frauen-Fußballmannschaft, sechs Jugendmannschaften, eine Tischtennistruppe, bietet Gymnastik, Kinderturnen und auch eine Seniorentanztruppe, die mittlerweile 60 Tänze im Repertoire hat.
Neben dem B-Platz ist schon das Festzelt aufgebaut. Zum Jubiläumswochenende sind alle Solschener herzlichst eingeladen.

Björn Wulfes

Stichwort

Jubiläums Fahrplan

Freitag, 18. September

ab 20 Uhr Zeltdisko für alle Solschener

Sonnabend, 19. September

ab 13.15 Einlass

bis 17 Uhr: Grußworte und Vorführungen der Abteilungen

ab 20 Uhr: Tanz im Festzelt mit der Band „Let’s dance“ und Aufführungen der Twirling-Gruppe.

Sonntag, 20. September

13 Uhr gemeinsames Mittagessen

14 Uhr: Vorführungen der Sportabteilungen bei Kaffee und Kuchen.

16.10 Uhr: Fußballspiel Herren und Ausklang.

Es duftet kräftig nach Pferd in der Klein Ilseder Reithalle, trotz der Sanddecke spüren die Besucher das Schlagen der Hufe bis auf die Tribüne: Tag der offenen Tür des Peiner Reit- und Fahrvereins.

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